…du hast so viel – zu viel am Herz…

19 04 2018

Du hast so viel – zu viel am Herz,

mein Kind! –

mein armes glückliches,

mein dummes kluges Kind.

Du bist zwar stark, doch hast du Angst vor Schwäche,

Angst vor Verletztheit, die du tief in dir versteckst,

Verletztheit, die du nie gelernt,

doch immer hattest.

 

Hellhörigkeit der Seele,

Das wahnhaft schmerzliche Empfinden,

die du so schön gelernt hast auszublenden,

dass du es manchmal nicht mehr merkst,

du fühlst noch irgendetwas…

 

Du glaubtest schon, du bist geheilt von deinen wilden Träumen,

Von Melodien ohne Ton und Klang,

Vom Zeichnen ohne Linien,

Vom Jucken in den Fingern –

schaffen!

schaffen!

schaffen!

Befreien aus dem Nichts, ins Leben rufen!

Verstummte Silhouetten, die lebendig werden,

Das ist das endliche Erwachen

der Steine, von dem mal Rilke sprach…

 

Du hast so viel am Herz, mein liebes Kind.

 

Pass auf bei all dem Sturm, der langsam wiederkommt,

und du erschauderst, ihn antizipierend,

Pass auf, dass dir dein überfülltes Herz,

das hungerte so elend lange,

dass dir dein Herz vor Glück und Rausch nicht platzt…

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Die Muse

5 02 2018

Dieser Augenblick, in dem ich mich befinde, wenn ich in Ruhe an meiner Diss arbeiten kann 🙂 man mitten in etwas ist, das ohne Sprache, Lautstärke und jegliche Pompe schön ist, was einen von Innen ausfühlt, erwärmt und beinahe vom Boden abhebt, wie schön und richtig es sich anfühlt.

Die Muse





Sommer in der Stadt

19 10 2017

Sommer in der Stadt:

Zucker, Benzin und Parfüm in der zitternden Luft,

Der Gehsteig glüht vor Hitze.

Eine junge Frau im samtenen Kleid –

eine fließende Kurve zum Staunen.

Ein Kind blickt mich an

durch die Lokalvitrine,

nachdenklich und naiv, so unbekümmert rein –

Ein kleiner Weiser! –

Und ich muss lächeln…

 

Bewegung überall: ein Werktag,

hin und her und wieder zurück,

den Geschäften nach,

Alles bebt

Und fließt

Und atmet

Frei…

So schön ist das!

Ich bin am Leben!

Das Herz schlägt – ich schlage noch! –

Verliebt in diese Stadt:

Wo waren doch meine Augen früher?





In-spira-tion (…ruhelos wand´re ich die Wege…)

21 08 2017

Ruhelos wand´re ich die Wege:

auf und ab,

weiter fort,

immer weiter

und weiter…

Mit stoischer Miene und manchmal auch Lächeln,

vom Motiv zu Motiv,

vom Gesicht zu Gesicht,

Straße nach links,

Straße nach rechts,

von A zu B

und C und D,

ewig suchend und

nie ankommend.

Nirgends und nie.

Abends, im Bett liegend,

Dem Körper horchend,

Frage ich mich selbst,

 – Fragen mich meine Füße und Waden –

Wohin mit all dem Schwung?

Mit Wucht und Energie,

Mit all dem Herz,

Zu wem? Und welchem Himmel nach?

 

Ach, was sind schon diese Füße!

 

Es kocht da drin´im Kopf und Brust,

Tausend Eindrücke in einem Stück!

Tausend Gesichter,

Düfte und Lichter,

Töne und Stoffe:

Im Überschuß!

Ständig im Fluß,

Finger, den Wind umklammernd,

Raus aus Gehegen und Kammern,

Augen weit offen,

Seele in Flammen –

Atmen und hoffen –

Amen!

Ah, du, mein schönes Leben…





Kentaur aus dem KHM

10 05 2017

Manchmal, wenn es mich dazu drängt, etwas Ruhe, Stille und schön geformte Sachen um mir herum zu haben, vergrabe ich mich im KHM. Wenn ich zufälligerweise auch mein Stiftetui und Papier mithabe, geht es nach dem Wiedersehen mit den „guten Freunden“, den Gemälden, die zu meinem Muss gehören, dann direkt entweder in die Schatzkammer, oder in die Antike Sammlung, zu den Plastiken. Manchmal gelingt es mir sogar, ein wenig Ähnlichkeit zu erzeugen… Hier ein Kentaur im Entstehungsprozess.

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Das Erwachen der Steine

7 05 2017

Ahh, wie gerne, wie endlos gerne

Würd´ ich rein sein von meiner Vernunft! –

Losgerißen von sittlicher Norm,

Losgeprochen von fixer Form

Kein Gebrauch für die Selbstanalyse,

Kein Nachdenken vorm Handeln – statt Handeln! –

Ámen!

Überschwemmt durch das Schweigen der Sterne

Nur dem Klirren im Rücken konform

Dich umarmen und atmen, atmen…





Batter me…

19 08 2015

Batter me, better me, bed with me,

Challenge me out of sleep,

Force me into a weep,

Reckless, courageous, deep

Sacredness of a blaspheme.

.

Fight with me, flout me and fly with me,

Shatter my slumbering heart,

Swinging from heavy to hard.

Let me invent you in art.

Burst me, my muse, to be.