Winter

20 10 2019

Vom sommerlichen Rennen reichlich noch getrost

Und nicht begriffen, dass das Spiel verlor´n,

Noch Kraft im Herzen und der Kopf empor

Begegne ich diesem ersten leisten Frost.

Er tritt heran so weich und so umsichtig,

Allwissend wie ein alter Psychiater,

Der meine Regungen wie ein verspielter Kater

Erkannt, belächelt hat… und hingerichtet.

In sein beruhigender Hand gefangen,

Vergeblich ringt man: noch ein Schritt! Ein Wort…

Er ist zu zart, zu unausweichlich, dieser stiller Tod.

Ich zittere noch kurz und bin sofort vergangen.





Так нежно…

18 06 2019

Так нежно.

Так тихо и нежно,

Как воздух, что в горле, смутившись

Банальностью голосовых связок,

Беззвучно, пугливо, интимно

Вплавляется в бесконечность

Движений, улыбок и взглядов.

Как кончики пальцев,

чуть вздрогнув,

смолкают, не смея коснуться,

И дух раздосадован этой –

Незримой. Неумолимой.

До бешенства вездесущей –

Тончайшей прозрачной границей.

Ах, как мы исполнены такта!

С Тобой – говорить и смеяться,

Лелея те взгляды украдкой,

Невинные прикосновенья –

Так близко и так бесконтактно.

Как будто мы малые дети…

Так нежно, легко и безмерно,

Лишь вовремя, как при румбе,

Шаг

сделать

назад, – и смирно

Бежать по привычным спинам…

Так нежно, украдкой, с улыбкой,

Так трогательно и… параллельно

Эвклидово наше пространство.





Wieder Licht

29 04 2019

Ich habe langsam wieder Licht in mir.

En peu von diesem schönen, stummen Schimmern,

Von dem mir keine Kraft der Welt verraten kann,

warum es da ist: generell, noch immer…

 

Ich bin nun ruhiger, gelassener und freier.

Die Poesie, durch keinen Zwang gepeinigt,

beruhigt ist, erholt und schön bereinigt, –

Ich such nicht mehr mein Wesen zu verschleiern.

 

Dies´ Wärme des Erkennens – nicht verkannt.

En peu von unerklärlich weichem Seelenslicht,

Das ich in Deiner Nähe erst empfand.

Ich habe langsam wieder Licht für Dich…

 

 

 

 





… ich wollt´ so gerne…

25 01 2019

Ich wollt´so gerne deine Nymphe sein,

dein täglich Brot, dein Alpha und Omega…

 

Und diese ruhelosen, blind-naiven Augen

Dich wie die zum Verstummen schöne abendliche Sonne,

wie einen Götzen und wie einen Gott ansahen…

 

Und dieser Körper, plötzlich wach und weich,

schmolz durch die Finger meines baffen Geistes

Wie Seide fließt, wie Wachs, wie heißer Honig,

erschüttert durch die unbekannte Wonne,

durch dich erfunden und durch dich geformt…

 

Ich wusst´ nur nicht, in welche Form am besten

ich hin gehör´ um dir gerecht zu sein,

und ich bemühte mich so sehr, so trostlos und so trotzig,

so restlos und von niemandem gebraucht,

ich hab´ mich so bemüht und selbst dadurch ermüdet, –

zerbrochen an von niemandem gewünschten Traum, –

dass ich zu einem ewig kalten Stein erstarrte…

und stürzte ab…

 

(Juni 2018/Jänner 2019)





Past

22 01 2019

I saw past the obvious.

Past all the traffic lights,

Screaming red,

throwing their desperate glances

across my way and into my face.

 

I saw past those tiny symptoms of overload,

of the ever-growing loneliness,

eternal existential alone-ness,

being lost between the lines of being kind,

nice, understanding, caring,

between the peacekeeping and appeasement.

 

I saw and felt all of it coming,

all of insomnia,

neck-ache, skin oversensitivity,

drawback, overreaction and bodily numbness.

I knew it all, and yet I saw past it,

How I wished to be blind!

And now it all passed…





Aus der Naivitätensammlung – Как старый мастер… (wie alter Meister…)

17 12 2018

Wie ein alter Meister… – Übersetzung folgt unten

Как старый мастер после лет привычки,

Узнав фактуры все и все цвета,

Бывает потрясен штрихом обычным

И кротким с этим неизвестным став;

Как любят галатей пигмалионы:

Надежд не зная, мрамору верны,

Ему даря и ночи, и канцоны,

Недостижимостью любви ослеплены;

Как только грешники боготоворить умеют

Иконы строгие – со страхом прошлой тьмы,

С отчаяньем любя, глядеть не смея,

Былое безнадежно тщатся смыть,

Также и ты: неведомым распят,

Приговорен к нему, и им же свят.

2009

Wie ein alter Meister: nach Jahren und Jahren Gewohnheit,

Er kennt schon alles über die Faktur und Farben ein und aus – 

Kann durch einen simplen Strich erschlagen werden

Und durch das Unbekannte in dem Strich zur Scheue ermahnt;

Wie ein „pygmalion“ mit seiner „galateia“:

Dem Marmor ohne jede Hoffnung treu,

Ihm seine Nächte und Kanzonen schenkend,

Durch Unantastbarkeit der Liebe verblendet ist;

Wie armer Sünder eine Ikone anbeten könnte:

Den strengen Anblick – voll Angst vor sein vergangener Nacht,

Verzweifelt, Augen nicht hochhebend,

Und sucht vergeblich sich wieder rein zu mach´n. 

So bist auch du: gekreuzigt durch das Unbekannte,

Zu Diesem verurteilt und durch Dasselbe heilig. 





Aus der Naivitätensammlung – Мне век минул (Ich bin ein Hundert Jahre alt…)

10 12 2018

Übersetzung folgt unten.

Мне век минул, а я как прежде

Вдыхаю грудью ветер свежий,

Любуюсь раннею весной

И вспоминаю о надеждах,

О жизни прошлой, молодой…

Я столько знаю, Боже мой!

 

Я помню столько лиц и масок,

Поступков, нужных и напрасных.

Я помню всех моих друзей…

И этих светлых, грустных красок

Не выкрасть из души моей

Как и тоски последних дней.

 

Кто помнит ныне, чем мы жили,

О чем мечтали, как любили?

Лишь в старом сквере тополя,

На книжных полках насыпь пыли,

Лишь звон беспечного ручья

И снова я, – о, Боже! – я…

2006

Ich bin einhundert Jahre alt, und doch wie früher

Atme ich die frische Luft wieder ein,

Genieße den beginnenden Frühling,

Und denke an all die Hoffnungen,

Über das vergangene junge Leben,

Mein Gott, wie viel weiß ich eigentlich!

Ich erinnere mich an so viele Gesichter und Masken,

An Taten: nötig und sinnlos,

Ich erinnere mich an meine Freunde,

Und diese hellen traurigen Farben

Kann man aus meiner Seele nicht herauslöschen,

Genauso wie die Tristesse der letzten Tage.

Wer weiß noch heute, wie wir lebten,

Wovon wir schwärmten, wie wir liebten?

Nur die Pappeln im alten Park,

Ein Haufen Staub im Bücherschrank,

Das Singen des Wassers im Bach

Und ich… – Mein Gott! – ich…