Так нежно…

18 06 2019

Так нежно.

Так тихо и нежно,

Как воздух, что в горле, смутившись

Банальностью голосовых связок,

Беззвучно, пугливо, интимно

Вплавляется в бесконечность

Движений, улыбок и взглядов.

Как кончики пальцев,

чуть вздрогнув,

смолкают, не смея коснуться,

И дух раздосадован этой –

Незримой. Неумолимой.

До бешенства вездесущей –

Тончайшей прозрачной границей.

Ах, как мы исполнены такта!

С Тобой – говорить и смеяться,

Лелея те взгляды украдкой,

Невинные прикосновенья –

Так близко и так бесконтактно.

Как будто мы малые дети…

Так нежно, легко и безмерно,

Лишь вовремя, как при румбе,

Шаг

сделать

назад, – и смирно

Бежать по привычным спинам…

Так нежно, украдкой, с улыбкой,

Так трогательно и… параллельно

Эвклидово наше пространство.

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Wieder Licht

29 04 2019

Ich habe langsam wieder Licht in mir.

En peu von diesem schönen, stummen Schimmern,

Von dem mir keine Kraft der Welt verraten kann,

warum es da ist: generell, noch immer…

 

Ich bin nun ruhiger, gelassener und freier.

Die Poesie, durch keinen Zwang gepeinigt,

beruhigt ist, erholt und schön bereinigt, –

Ich such nicht mehr mein Wesen zu verschleiern.

 

Dies´ Wärme des Erkennens – nicht verkannt.

En peu von unerklärlich weichem Seelenslicht,

Das ich in Deiner Nähe erst empfand.

Ich habe langsam wieder Licht für Dich…

 

 

 

 





Past

22 01 2019

I saw past the obvious.

Past all the traffic lights,

Screaming red,

throwing their desperate glances

across my way and into my face.

 

I saw past those tiny symptoms of overload,

of the ever-growing loneliness,

eternal existential alone-ness,

being lost between the lines of being kind,

nice, understanding, caring,

between the peacekeeping and appeasement.

 

I saw and felt all of it coming,

all of insomnia,

neck-ache, skin oversensitivity,

drawback, overreaction and bodily numbness.

I knew it all, and yet I saw past it,

How I wished to be blind!

And now it all passed…





Ich wollte…

16 01 2019

Ich wollte nicht eckig sein.

Ich wollte meine Kanten glatt bügeln.

Ich habe mich so bemüht.

Es ging nicht.

Nichts geht mehr.

Rien ne va plus.

Das Spiel ist aus.

War das alles ein Spiel?

 

Ich weiß, dass es Morgen gibt.

Ich habe mir versprochen, dass es eins geben soll.

Wohlweislich,

weil sie mich wieder anblicken,

sie blinzeln mich an,

sie lächeln und strahlen mir zu,

die Gleise vor jedem anfahrenden Zug.

 

Ich weiß, dass es Morgen gibt.

Es muss Morgen geben.

Es muss.

Ich weiß.

Weiß ich es?

Was kann man schon wissen?





Aus der Naivitätensammlung – Как старый мастер… (wie alter Meister…)

17 12 2018

Wie ein alter Meister… – Übersetzung folgt unten

Как старый мастер после лет привычки,

Узнав фактуры все и все цвета,

Бывает потрясен штрихом обычным

И кротким с этим неизвестным став;

Как любят галатей пигмалионы:

Надежд не зная, мрамору верны,

Ему даря и ночи, и канцоны,

Недостижимостью любви ослеплены;

Как только грешники боготоворить умеют

Иконы строгие – со страхом прошлой тьмы,

С отчаяньем любя, глядеть не смея,

Былое безнадежно тщатся смыть,

Также и ты: неведомым распят,

Приговорен к нему, и им же свят.

2009

Wie ein alter Meister: nach Jahren und Jahren Gewohnheit,

Er kennt schon alles über die Faktur und Farben ein und aus – 

Kann durch einen simplen Strich erschlagen werden

Und durch das Unbekannte in dem Strich zur Scheue ermahnt;

Wie ein „pygmalion“ mit seiner „galateia“:

Dem Marmor ohne jede Hoffnung treu,

Ihm seine Nächte und Kanzonen schenkend,

Durch Unantastbarkeit der Liebe verblendet ist;

Wie armer Sünder eine Ikone anbeten könnte:

Den strengen Anblick – voll Angst vor sein vergangener Nacht,

Verzweifelt, Augen nicht hochhebend,

Und sucht vergeblich sich wieder rein zu mach´n. 

So bist auch du: gekreuzigt durch das Unbekannte,

Zu Diesem verurteilt und durch Dasselbe heilig. 





Aus der Naivitätensammlung – Мне век минул (Ich bin ein Hundert Jahre alt…)

10 12 2018

Übersetzung folgt unten.

Мне век минул, а я как прежде

Вдыхаю грудью ветер свежий,

Любуюсь раннею весной

И вспоминаю о надеждах,

О жизни прошлой, молодой…

Я столько знаю, Боже мой!

 

Я помню столько лиц и масок,

Поступков, нужных и напрасных.

Я помню всех моих друзей…

И этих светлых, грустных красок

Не выкрасть из души моей

Как и тоски последних дней.

 

Кто помнит ныне, чем мы жили,

О чем мечтали, как любили?

Лишь в старом сквере тополя,

На книжных полках насыпь пыли,

Лишь звон беспечного ручья

И снова я, – о, Боже! – я…

2006

Ich bin einhundert Jahre alt, und doch wie früher

Atme ich die frische Luft wieder ein,

Genieße den beginnenden Frühling,

Und denke an all die Hoffnungen,

Über das vergangene junge Leben,

Mein Gott, wie viel weiß ich eigentlich!

Ich erinnere mich an so viele Gesichter und Masken,

An Taten: nötig und sinnlos,

Ich erinnere mich an meine Freunde,

Und diese hellen traurigen Farben

Kann man aus meiner Seele nicht herauslöschen,

Genauso wie die Tristesse der letzten Tage.

Wer weiß noch heute, wie wir lebten,

Wovon wir schwärmten, wie wir liebten?

Nur die Pappeln im alten Park,

Ein Haufen Staub im Bücherschrank,

Das Singen des Wassers im Bach

Und ich… – Mein Gott! – ich…





Aus der Naivitätensammlung: Wie viel Musik gibt es in abgeschabten Wänden

19 11 2018

Dieses Gedicht habe ich per reinen Zufall wieder entdeckt und bin nun ein kleines bisschen stolz auf jenes 20-jährige Kind, das scheinbar doch was von Schönheit verstand… Die Übersetzung, ungreimt, folgt unten.

 

Как много музыки в облупленных стенах,

Поэзии – в одном случайном вздохе,

Как много в постановке фраз эпохи,

Мудрейшего в безумнейших словах.

 

Молчанье может больше рассказать,

Чем как гуашь густые излиянья, –

Быть может, так приходит пониманье

Природной красоты искусства? – Вот бы знать!

 

Übersetzung:

Wie viel Musik gibt es in abgeschabten Wänden

und Poesie in einem zufäll´gen Atemzug,

Wie viel Zeitepoche gibt der Satzbau wieder

Und wie viel Weisheit in verrücktesten Worten.

 

Das Schweigen sagt viel mehr aus,

Als all das Gerede, dick wie Gouache, –

Mag sein, dass auf die Weise zu mir

das Verständnis der natürlichen Schönheit der Kunst kommt? – Wenn ich es wüsste!