Talking of Tennyson: Transience

5 11 2018
So runs my dream: but what am I?
An infant crying in the night:
An infant crying for the light:
And with no language but a cry.
(In Memorian A.H.H., 54)
And so I walk across the sites
Of past and present intertwined,
Caleidoscope of shapes and lines,
These labyrinths of shade and light.
.
These labyrinths of day and night,
These human passions carved in stone,
They laught at you before they´re gone
And burst and burn as they collide.
.
They burst and perish – ask not, why.
Scattered across the shingles ashore,
One may not ask nor hope for more.
Nor will, nor soul, nor mind survive.
.
The Sense is conceal´d. Behind the veil –
And what am I to disobey:
All of them, all, who dreamt and prayed,
They all have passed! And so will we…
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De-Oyster-ised – 2

3 09 2018

Gratwanderung der wund gekratzten Seele,

Kaum mehr gesichert durch den strafen Geist,

Bewusst entwurzelt, auf den Kopf gestellt,

Wie sie so trostlos heiter ihre Schale reißt,

Und auf den Scherben dieser Schale tanzt…

 

Und singt, und jubelt Menschen zu: Gewohnheit

Nur niemanden verlezten! Niemandem zu Last!

Im Schaukeln zwischen Übelkeit und Wonne,

Zwischen der Zuversicht und Ohnmacht. Höhenangst

Und elendige Einsamkeit nach Innen.

 





Nimm mir meine Angst nicht weg…

18 07 2018

Nimm mir meine Angst nicht weg:

Lass meine Stimme zittern und mein Herz klopfen.

Lass mir meine Nächte ohne Schlaf,

wo mein Verstand wie ein verrückter Rennfahrer

völlig im Amok der eigenen Energie

sich stets beschleunigt,

als er Runde nach Runde aus dem müden Boden immer höheren Staub schlägt.

 

Ich bin im Übrigen so herrlich temperiert,

gefasst, zielstrebig, schön zivilisiert,

Wie ein Konzert für Geige und Klavier…

Ich darf mir doch dies´ Kleinigkeit wohl gönnen:

 

Das Innehalten vor dem großen Sturm.

 

Wenn es dann endlich um die Sache geht,

Bin ich verwandelt.

Dann weiß ich plötzlich, wie es alles läuft.

Mit Schwung und Leidenschaft,

Entpuppt ist – nicht einmal ein Schmetterling –

Ein nie gedachter Panther!

 

Ich bin höchstproduktiv – und endlos glücklich,

berauscht, lebendig und so himmlisch frei,

weil mein verlorener Geist,

wie ein makabrer Greif,

der ewig lange nach Aufgaben darbte

Nun seine eingeschlafenen Flügel sacht´ ausstreckt

Und in perfekter Ruhe des gekonnten Chaos´ endlich wieder atmet.





Hoffnung

14 05 2018

Die Hoffnung. Das sehnsüchtige Verlangen

Nach einem Morgen, wenn das Heut´ zusammenbricht.

Die Saat, die, niemals gänzlich aufgegangen,

Noch nicht gekeimt und doch zugleich vergangen,

Vernunft zu Trotz noch immer strebt nach Licht.

 

Aus transzendentem Schmerz, einseitig bindend,

Mit nie erlebtem Gott geschlossener Vertrag:

Man gibt sich auf, man fügt sich Tag für Tag,

Dafür, dass Er in Seinem Jenseits einem Seelenwrack

Seinen nie ruhenden, endlosen Kummer lindert.

 

Teil unsrer Entropie, die sich nicht mindert.

Sie trügt zum Heitersein im allerschlimmsten Jetzt,

Man lebt so leicht, von ihrem Widerschein verhext.

Dem Lebenden sein trotzigster Reflex:

Die Hoffnung. Unsre allerbest´ Erfindung.





Eines Tages

7 05 2018

Ich werde bestimmt eines Tages aufwachen,

Die Augen etwas weiter, als sonst aufmachen

Und, diese herrliche Welt kurzsichtig anschauend,

Verliebt, halb weinend, halb lachend staunen:

 

Wie Blüten den schüchternen Knospen entspringen,

Wie Tränen der Trauben im heurigen Wein singen,

Wie Kinder beim Spielen im Garten lachen:

Wie schön, wie unendlich bunt und wie göttlich einfach!





Last Friday

22 03 2018

Last Friday, just about noon,

When people pack and throw themselves

Out of their Windows and afloat into the rest of

one more weekend:

yet another more.

 

Last Friday, as I spread my wings and savoured

The early nauseating air of spring,

Spring, pregnant with unbearable beauty of the life to come,

with all the hope and hormones waking up,

while birds don´t trust themselves to sing. Not yet! It is too early!

 

Last Friday, stretched between the worlds,

between the words,

between my thoughts, so quick and ruthless,

between the common sense – and senses,

between the holy spring and holy Reason,

I desperately lost myself.





Silence

8 03 2018

Take off your face and put it over there,

Beside the mirror. Right!

No pretence accepted.

Just look me in the eye,

Don’t speak, but listen, feel it in the air:

The perfect silence…

 

The heavenly present of muteness

Upon the lips that joke too eagerly and far too often,

Upon the mockery of human voices, high and low,

Upon the comedy of human drama.

The tears that never felt like weep,

for no one knows what proper tears feel like.

We learn to bear that cheerful empty face,

that crunches over senseless petty causes;

we know no longer why we came and where

shall we all go, –

And so we talk,

for talking cures the holes inside us,

oh, does it really? –

The holes that can’t be truly stitched by words.

 

Let us be quiet and inhale at last

This little blessing of

Letting them go: the masks, the words, the actions,

Just letting us be us,

and breathe,

and live.