Простите (Forgive me)

17 09 2018

English version follows bellow 

 

Простите, что я такая…

Странная? –

Пожалуй.

 

Знаю, со мной трудно:

Я живу по небу известному календарю и кодексу.

Говорю – когда не нужно;

Молчу – когда следовало бы говорить;

Глуха – когда надо слышать

И слышу несуществующее.

Влюблена в образы,

ушедшие или просто выдуманные.

Моя голова – большая свалка,

И я мешаю сплетни с экзистенциализмом.

Наверное, предаю и первое, и второе…

 

Нет черного и белого,

И потому,

наверное,

я дальтоник, когда речь идёт о людях.

Я люблю и ненавижу как-то ненормально…

Глубоко? –

Очень-очень.

Иррационально.

 

Простите…

Я бы много отдала,

чтобы

просто быть не помешанной.

Почти столько же,

Сколько отдам, за то

Чтобы помешанной остаться.

 

Просто знайте.

Просто или сложно,

Крича или без слов,

Не вовремя уходя и возвращаясь,

Я так люблю вас!..

2008

 

Forgive me for what I am…

Creepy? – 

I guess…

I know, it is not easy with me:

For I live according to God knows what calendar and code.

I speak when one shouldn’t,

I am silent, when one should speak;

I am deaf, when one must hear

And I hear the non-existent. 

I am in love with images

That passed or never existed. 

My head is a huge landfill,

And so I mix gossips and existentialism,

Betraying them both, perhaps…

There is no black, nor white.

That might be the reason, 

Why I am so colour-blind about people. 

I love and hate somehow out of norm…

Deeply? –

So deeply!

And irrationally.

I am so sorry. 

I would give much

for not being that lunatic. 

Almost as much,

As I would give 

For the right to stay as mad, as now. 

You just should know – 

In easy or complex way,

Shouting or keeping quiet,

Leaving or coming back so untimely,

I still love you all so much!

Advertisements




Der Vorhang fällt

15 09 2018

Der Vorhang fällt,

und dieses endlos Drama, –

schon elendige tausendmal gespielt,

Gedeutet tausendmal bis in den Amok

hinein,

Nach jedes neuen Bühnendirektoren Laune,

Sich seinem unausweichlich´ Ende nähert,

Mit bunt und laut die Seele nimmer quält,

Klingt langsam ab. Hallt kurz noch nach. Dann kommt die Stille…

 

Erschöpfter, überreizter Nerven stumme Lähmung.

Noch rauchen schweigsam die ermüdeten Schauspieler,

Noch wandern ruh´los auf der leeren Bühne,

Betäubt durch pure Sinnenüberschwemmung.

Entkleidet jeder Leidenschaft und Wille,

Jeder mit sich allein: ah wie privat und schräg

Ist dies zerbrechliche Intimität der stummen Welt.

 

Und keiner merkt in dieser müden Wonne,

Wenn kein Gesicht seine gewohnte Rolle trägt,

Das Spiel mag aus sein, Lampen und Kulisse weg,

Doch der Zuschauer wacht und lauscht, und schaut und zählt,

Voll Wissbegierde, ohne Scham und Hemmung.

Man will sich schützen, wegdrehen, Augen zu, verstecken,

Man sieht umher und schaudert, denn der Vorhang fehlt…

 





Я научусь эстетике желаний…

13 09 2018

Я научусь эстетике желаний,

Я выучусь по нотам понимать,

Ван Гога от Ван Дейка отличать,

Труды о Шопенгауэре читать,

Я наберу себе научных званий.

 

Я за столом, приборами сверкая,

Не дрогнув, буду Канта обсуждать,

По Фромму чувствовать, по Фрейду спать,

Я стану всем, кем только можно стать… –

Скажите, милый, и к чему я вам такая?

2009

 





De-Oyster-ised – 2

3 09 2018

Gratwanderung der wund gekratzten Seele,

Kaum mehr gesichert durch den strafen Geist,

Bewusst entwurzelt, auf den Kopf gestellt,

Wie sie so trostlos heiter ihre Schale reißt,

Und auf den Scherben dieser Schale tanzt…

 

Und singt, und jubelt Menschen zu: Gewohnheit

Nur niemanden verlezten! Niemandem zu Last!

Im Schaukeln zwischen Übelkeit und Wonne,

Zwischen der Zuversicht und Ohnmacht. Höhenangst

Und elendige Einsamkeit nach Innen.

 





Nimm mir meine Angst nicht weg…

18 07 2018

Nimm mir meine Angst nicht weg:

Lass meine Stimme zittern und mein Herz klopfen.

Lass mir meine Nächte ohne Schlaf,

wo mein Verstand wie ein verrückter Rennfahrer

völlig im Amok der eigenen Energie

sich stets beschleunigt,

als er Runde nach Runde aus dem müden Boden immer höheren Staub schlägt.

 

Ich bin im Übrigen so herrlich temperiert,

gefasst, zielstrebig, schön zivilisiert,

Wie ein Konzert für Geige und Klavier…

Ich darf mir doch dies´ Kleinigkeit wohl gönnen:

 

Das Innehalten vor dem großen Sturm.

 

Wenn es dann endlich um die Sache geht,

Bin ich verwandelt.

Dann weiß ich plötzlich, wie es alles läuft.

Mit Schwung und Leidenschaft,

Entpuppt ist – nicht einmal ein Schmetterling –

Ein nie gedachter Panther!

 

Ich bin höchstproduktiv – und endlos glücklich,

berauscht, lebendig und so himmlisch frei,

weil mein verlorener Geist,

wie ein makabrer Greif,

der ewig lange nach Aufgaben darbte

Nun seine eingeschlafenen Flügel sacht´ ausstreckt

Und in perfekter Ruhe des gekonnten Chaos´ endlich wieder atmet.





Kindheitsträume

16 07 2018

Makabre, bunte, unerforschte Welt

Der Kindheitsträume!

Noch nicht gezähmt durch kritischen Verstand,

Nicht gargekocht, portioniert, verdaut und ausgeschieden

Aus dieser schmerzhaft frischen Seele,

die nach noch klebrigen, heut Nacht gekeimten Blätterspitzen riecht.

Die über Welten steigt – und Risse im Asphalt verängstigt meidet.

Die abends Nachttischlampe nicht ausschaltet,

und doch zugleich so viel in ihrer bebenden Lebendigkeit verkraftet,

was jedem „großen“ Mensch das Rückgrat bräche…

Die aus den ganzen Lungen heult und jubelt,

Verschränkt und transzendent in ihrer Puppenhülle.

Lebendige, bewegte Kindheitsträume! –

Fragile Atemzüge auf dem ersten Eis,

Gouache der Sommenächte, dicht und tief:

die Schmetterlinge der bizarren Fantasien,

die unsere Erwachsenendämonen nähren,

Und doch in ihrer tiefsten, bittersten Ausprägung

So unbeschmiert sind, rein und einfach…





Pendelschläge. II

5 07 2018

II. Adieu, die Morgenröte!

 

Ich will es dürfen!

Schluss mit langem Reden,

Gewissensbissen, keuscher Frömmelei.

Ich bin kein Engel,

Und Schluss mit diesem Wollen,

einer zu sein!

 

Ein dieser ephemeren, abgeklärten Wesen,

Die ihren ungeheuren, schräg gestreiften Geist

Mit Bach und Händel regelmäßig töten,

Bevor er, von dem Leben überfallen,

Ihnen entgleist.

 

Gegrüßt sei du, mir längst bekannte,

interpretationsbefreite Feiernacht,

Du, die da in den Ohren trommelt.

Wein

ausgebrochen

aus dem schweigsamen Dekanter,

Ein Sprung in einen unerwarteten und fast verkannten,

Sommer…

Der Rhythmus des Adrenalins im Blut,

Verzaubert, aufgewühlt, erwacht.

Adieu, die fromme Morgenröte!