Split

20 11 2017

Waltzing on the weightless ice,

Racing rage of rumbing reason:

Shingles sharp and thought concise,

Hazy thirst that can´t be seasoned.

 

Fever of the restless mind,

Wild, unchained, it raids ashore,

Whilst this quiet child inside

`s seeking for an exit door.

 

Singing gospels, see! – she flees:

Joyfully escapes her prison,

Blissfull smile across her lips,

Barefoot, numb, yet finally peacefull.

 

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Fusion-Gedicht

26 10 2017

Heute – ein lyrisches Experiment. Ich habe, glaube ich, nur einmal, in einem Witzvers, Sprachen gemischt, – damals, vor ungefähr 8 Jahren, und dann heute. Es ist ein Freivers entstanden, wo mal Einzelwörter, mal Wortkombinationen Deutsch/Russisch gemischt sind. Es ist durchaus interessant! Ein wenig meditativ ist dieses Code-Switching und zugleich ist jeder Sprung von Sprache zur Sprache ein kleiner Bruch der Erwartung, ein kleines Zittern und Raufblicken. Merkwürdig.

Rhythmisch sind diese zweisprachigen Abschnitte aufeinander abgestimmt. Unten in der Fußnote führe ich die Übersetzung der russischen Teile.

 

Bin jetzt ganz leise:

Berühre mich nicht.

Ах, как задумчиво тонок мой стих!

Ах, как загадочен взгляд твой – nachprüfend,

Губы смеются, а голос утих.

Я научилась дышать и смеяться:

Atmen und lachen! – Ersehnte Befreiung!

Blicke verkürzen – не надо бояться.

Все хорошо, ich bin wieder vernünftig.

Только вчера… – Gott, wie sehr wollt´ ich schreien!

 

„Übersetzung“: 

Bin jetzt ganz leise:

Berühre mich nicht.

/Ah, wie nachdenklich und dünn ist mein Vers!/

/Ah, wie geheimnisvoll ist nun dein Blick/ – nachprüfend

/Lippen – die lachen noch. Die Stimme ist aus/

/Ich bracht´ mir das Atmen und Lachen neu bei/

Atmen und lachen! – Ersehnte Befreiung!

Blicke verkürzen – /fürchte dich nicht/

/Alles ist gut,/ ich bin wieder vernünftig.

/Außer doch gestern/… – Gott, wie sehr wollt´ ich schreien!

 

 





Sommer in der Stadt

19 10 2017

Sommer in der Stadt:

Zucker, Benzin und Parfüm in der zitternden Luft,

Der Gehsteig glüht vor Hitze.

Eine junge Frau im samtenen Kleid –

eine fließende Kurve zum Staunen.

Ein Kind blickt mich an

durch die Lokalvitrine,

nachdenklich und naiv, so unbekümmert rein –

Ein kleiner Weiser! –

Und ich muss lächeln…

 

Bewegung überall: ein Werktag,

hin und her und wieder zurück,

den Geschäften nach,

Alles bebt

Und fließt

Und atmet

Frei…

So schön ist das!

Ich bin am Leben!

Das Herz schlägt – ich schlage noch! –

Verliebt in diese Stadt:

Wo waren doch meine Augen früher?





Liebe mich bitte ein wenig…

5 10 2017

Liebe mich bitte ein wenig

Ein kleines winziges Bisschen,

Irgendwo ganz am Rande:

Mehr will ich eh nicht.

 

Mit deinen nachdenklichen Augen

Blicke mich wissend an,

Sonst wäre es alles zu weit,

Nutzlos schwer zu ertragen.

 

Schwerlos, hell und leichtsinnig,

So unverfälscht und schön.

Liebe mich nur beiläufig,

Stumm und unendlich innig.

 





Gesichter

21 09 2017

Und sie gingen… Rannten mir durch die Finger.
All die Gesichter, all die Momente,

Bauklötzchen aus dem früheren Leben,

Aus dem Leben, das der Jugend gebührt,

dem reifenden Herz vorbehalten.

 

Sie gingen, chacun à son gout.

Eine – leise,

mäuschenstill,

So dass erst ihr Abgang

betäubend laut schrie,

So dass die Gläser im Schrank zersprangen! –

Wie sinnlos! wie früh! wie unfair!

 

Auch die Andere schwieg eine Weile,

– bis das Rettungsboot vorbei war,

und dann

brach die Panik aus.

Sie merkte: sie hatte jemanden,

sie wollte doch noch nicht gehen.

Wie ein Ertränkender das Wasser schlägt:

– Hilfe! Hilfe! Ich bin hier! Kommt zurück! Hi… –

Und keinen Halt mehr findet…

 

Auch sie gingen: er und er und sie,

Natürliches Ableben, sagt man,

Kreis des Lebens…

Doch das war ja mein Herz in diesem Kreise!

Jeder hatte seinen Gang, seinen Stil, sein Ende…

 

Das langsame Abblühen eines launischen Greises,

Der ständig nach Hilfe rief

und sie niemals annahm,

er drohte und raunzte und witzelte dich bis zum Weinen –

Als er ging, wuchs aus dieser Hülle

Wieder der Held meiner vaterlosen Kindheit…

 

Sie ging erhobenen Hauptes,

Stolz und bescheiden zugleich.

Stark und so warm und wärmend…

Ein Leuchtturm, Symbol der Hoffnung

Bis zum letzten Atemzug –

Wie gerne hielte ich ihre Hand!

 

Viele Gesichter waren zu tragen mir auferlegt,

Die Lebenswege Anderer flechten sich ein in den Meinen.

Die Finger frieren. Wie früh sie gingen!

Und ich muss immer weiter fort…





Dein Wein ist – oh! – so schwer…

14 09 2017

Dein Wein ist – oh! – so schwer, mein liebes Leben! –

Er schlägt ohne Erbarmung in den Kopf.

Man trinkt ihn, würzigen, so gern, und hofft,

Das Fest wird dauern, und das Meer ist hoch,

Mag sein, am Tag danach kommt keine Ebbe…

 

Sie kommt… Sie rauscht und lässt dich hilflos liegen,

Brust aufgemacht, Herz rast, entblößt, verletzt,

Von biederer Normalität zutiefst entsetzt,

Verständnis suchend bis zum letzten Allerletzt –

Es glaubte gestern Nacht es könne fliegen.

 

Und morgen wieder, Kopf erhoben, Wunden frisch geleckt,

Man will noch mehr von deinen bunten Früchten:

Bewegungen, Texturen, Seufzer und Gerüchte,

Dein Wein ist – ah! – so schwer, und er macht süchtig,

Er schläfert ein und doch zugleich erweckt.





Schalte mir die Sterne aus…

4 09 2017

Schalte mir die Sterne aus:

Schluss mit klarer Sicht!

Manchmal Hoffnung, manchmal Angst

Überfluten mich.

 

Manchmal schweb´ ich, federleicht,

Unterm Zimmerdeck,

Manchmal, kaum vom Schlaf erwacht:

Schaudere vor Schreck.

 

Bin ich das? In meinem Kopf

Blüht ein fremdes Licht.

Mal verträumt und manchmal schroff

Ist es nicht durch dich?

 

Langsam schließt sich dieser Kreis:

Was wird nun aus mir?

Schalte mir die Sterne aus,

Halte mich. Ich friere…