Split

20 11 2017

Waltzing on the weightless ice,

Racing rage of rumbing reason:

Shingles sharp and thought concise,

Hazy thirst that can´t be seasoned.

 

Fever of the restless mind,

Wild, unchained, it raids ashore,

Whilst this quiet child inside

`s seeking for an exit door.

 

Singing gospels, see! – she flees:

Joyfully escapes her prison,

Blissfull smile across her lips,

Barefoot, numb, yet finally peacefull.

 

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Aus der Naivitätensammlung – Nach Remarque

16 11 2017

Das heutige Bild entstammt meiner „Naivitätensammlung“, sprich habe ich es vor Jahren gezeichnet, für gut gehalten und aufgehoben. Technisch kommt mir diese Zeichnung heute berührend tollpatschig vor, illustriert jedoch schön mein allgemeines Interesse zu dramatischen Situationen 🙂

Mit 14-15 habe ich für mich Erich Maria Remarque entdeckt. Ich verschlang einige seiner Bücher, bis ich dann zu meinem Schluss kam, er hätte doch gleich Memoiren schreiben können, anstatt seine eigene Fluchtgeschichte, zerstückelt auf n Bücher in immer derselben Form Roman aus, Roman ein zu wiederholen (von der therapeutischen Wirkung des Schreibens, bzw. vom psychotherapeutischen Potenzial der Fictional Autobiography, habe ich damals noch nichts gehört). Einige Bücher von ihm – „Im Westen nichts Neues“, „Zeit zu leben und Zeit zu sterben“ und eben „Der Weg zurück“ beeindruckten mich enorm. Wie habe ich über das Schicksal des armen Ludwigs aus dem letzten erwähnten Roman geheult. Irgendwie sah ich in ihm etwas – was, mich selbst? das beinahe autistisch scheue Wesen, das aus der ganzen Seelenkraft versucht, cool und offen zu sein?

Ich werde hier keine Spoilers zu Ludwig schreiben, aber die Szene seiner Verzweiflung, als er seine toten Kriegskameraden vor den Augen sieht, war offenbar so prägend, dass ich sie aufzeichnen musste. Wie gesagt, tollpatschig und mit Liebe zur Dramatik. Im Nachhinein sehr süß.

Людвиг





Linke Hand

13 11 2017

Ein Kollege zeigte mir mal so einen Trick: man schreibe dasselbe Wort gleichzeitig mit beiden Händen. Richtungsmäßig geht es dann irgendwie „natürlich“ spiegelverkehrt vom Zentrum zum Seitenrand. Es entsteht eine lustige Diskrepanz zwischen dem, was man mit der Haupthand gewöhnlich schnell und leicht erledigt, und dem merkwürdigen Muster, gekritzelt mit ungeübter zweiten Hand.

Ich habe nie im Leben mit der Linken schreiben können. Wenn man es versucht, es sich beizubringen, wird man zum ersten Mal bewusst, was für eine verdammte Leistung ein Volksschulkind erbringt, als es Zeile für Zeile die nerventötenden Striche zusammenführt, bis es endlich mal – entfernt – wie Buchstaben und Wörter aussieht. Man würde es wahrscheinlich als reflektierter Erwachsene auch schneller schaffen, nachdem man eben mit der Dynamik des Schreibenlernens aus der Schulzeit vertraut ist. Ich habe dann bald aufgegeben – ich werde das linkshändige Schreiben ganz bestimmt eines Tages lernen – nun zunächst möchte ich lieber meine Dissertation schreiben 🙂

Was jedoch sehr lustig war an dem Spielchen mit dem Kollegen – ich habe auch probiert, mit der Linken zu zeichnen. Und da entstehen trotz ungeübter Feinmotorik durchaus interessante Sachen! Ein paar von denen habe ich hier wahrscheinlich schon gepostet.

Diese kurze Stilllebenskizze ist ebenso mit den linken Hand gekritzelt.

 

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Abendgedanken. Aus dem Alltag der Sozialbranche.

6 11 2017

Ich bin dabei.

Bin ziemlich gern dabei:

Ich lernte es, den Menschen zuzusehen

Und deren Leben aus den Handbewegungen,

Kopfschütteln,

Atemrhythmus,

Augenglanz zu lesen.

Ich weiß es nun, wie manche heimlich weinen,

Wie manche toben aus dem nichtigen Anlass,

Wie manche – trinken Tee und reden,

Man tötet Lebenszeit und wartet, wartet, wartet…

 

Sie machten mich erwachsen… Reifer, stärker…

Ich hätte mir den Anblick auch erspart:

Gejunkte Frau, mit ihrem Fernseher redend,

Die Welt beschimpfend, kantig und durchtränkt mit Hass

Zu Allen und zu sich selbst in diesen Allen.

Die Andere, die gerne Karten spielte

Und Tulpen mochte, ganz genau wie ich,

Die arme Seele! – und ich musste weinen,

Als sie auf Intensiv zu meiner Hande griff,

Entsetzt durch die Wahrnehmung, dass sie sterben würde…

 

Sie machten mich erwachsen: Kinder, katatonisch weinend, –

Noch schlimmer ist es wenn sie fröhlich sind!

Man kann das Herz nicht schließen,

– mit den Kindern kaum.

Du lernst sie lieben: das Gewicht auf deinem Arm,

Geruch der Haut und Glänzen ihrer Augen,

Wie sich das Haar anfühlt, wenn du mal drüber streichelst,

Wie du mit deinen pädagogischen Ansätzen baff da stehst,

Und manchmal, fasziniert von elterlicher Weisheit,

Berührt und staunend Menschen still zusiehst –

Und sie sind weg.

In einem Atemzug.

Für immer.

Du sucht nach Luft.

Nun bist du hinterblieben. 

 

Erzählt uns, dass wir böse Menschen sind.

Wir schützen uns wie es nur geht. Vergeblich.

 

 





Aus der Naivitätensammlung – Ein Selbstbild mit 14

2 11 2017

Die Naivitätensammlung fortsetzend, möchte ich euch immer wieder meine alten Bilder und anhand deren die Entwicklung des Zeichnens über die Jahre hinweg zeigen. Nicht dass ich mich für Dürer halte, aber es ist manchmal schon sehr lustig – und vermittelt hoffentlich den richtigen Eindruck. Es geht nicht um das Zeichnen-Können, es geht um das meditative Üben.

Schauen wir mal, ob ich mir je traue, die aus der Volksschulzeit auszupacken, die sind natürlich am lustigsten. Als erstes aber kommen daran die Zeichnungen aus dem Ende Unterstufe und aus der Oberstufe. Unser heutiger Fund: mein Selbstbild mit 14. Ich schwärmte verrückt von dem späten 19. Jahrhundert, zutiefst überzeugt, dass ich in eine falsche Zeitepoche hineingeboren wurde.

Daraus entstand nämlich die heutige Zeichnung: ich selbst betitelte sie damals als „…Und das wäre ich“ – versteht sich, wenn ich eben „zur richtigen Zeit“ geboren wäre.

Это была бы я





Fusion-Gedicht

26 10 2017

Heute – ein lyrisches Experiment. Ich habe, glaube ich, nur einmal, in einem Witzvers, Sprachen gemischt, – damals, vor ungefähr 8 Jahren, und dann heute. Es ist ein Freivers entstanden, wo mal Einzelwörter, mal Wortkombinationen Deutsch/Russisch gemischt sind. Es ist durchaus interessant! Ein wenig meditativ ist dieses Code-Switching und zugleich ist jeder Sprung von Sprache zur Sprache ein kleiner Bruch der Erwartung, ein kleines Zittern und Raufblicken. Merkwürdig.

Rhythmisch sind diese zweisprachigen Abschnitte aufeinander abgestimmt. Unten in der Fußnote führe ich die Übersetzung der russischen Teile.

 

Bin jetzt ganz leise:

Berühre mich nicht.

Ах, как задумчиво тонок мой стих!

Ах, как загадочен взгляд твой – nachprüfend,

Губы смеются, а голос утих.

Я научилась дышать и смеяться:

Atmen und lachen! – Ersehnte Befreiung!

Blicke verkürzen – не надо бояться.

Все хорошо, ich bin wieder vernünftig.

Только вчера… – Gott, wie sehr wollt´ ich schreien!

 

„Übersetzung“: 

Bin jetzt ganz leise:

Berühre mich nicht.

/Ah, wie nachdenklich und dünn ist mein Vers!/

/Ah, wie geheimnisvoll ist nun dein Blick/ – nachprüfend

/Lippen – die lachen noch. Die Stimme ist aus/

/Ich bracht´ mir das Atmen und Lachen neu bei/

Atmen und lachen! – Ersehnte Befreiung!

Blicke verkürzen – /fürchte dich nicht/

/Alles ist gut,/ ich bin wieder vernünftig.

/Außer doch gestern/… – Gott, wie sehr wollt´ ich schreien!

 

 





Bild entsteht

23 10 2017

Und hier mal wieder die Zwischenschritte auf dem Weg zu einem Porträt: diesmal mit dem Originalfoto dazu. Da das Bild nicht und nicht ähnlich wurde, ist es nach wie vor unvollendet.

 

Bild 1. So skizziert man die Umriße des Gesichts… voll daneben!

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Bild 2. Die Augen sind es! Dann machen wir die Augen neu!

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Bild 3. Und noch ein wenig anders…

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Bild 4. Ähnlicher wird es nicht und nicht…

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Bild 5. Der jetzige Stand

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