take your tristesse and go…

15 10 2018

Take your tristesse and go.

Carry it, day and night,

hide it so deep inside,

deeper and deeper in thee.

Past all those bravorous lies,

well-rehearsed, as-if-careless smiles,

speechless and shy

in that bottomless pit of your soul,

where only one pair of eyes

reaches to see.

 

Take this without-ness and go.

Do not inquire why.

Nobody knows.

It just happened.

Your quiet rags of light

Fitted so perfectly right.

Force yourself to be happy.

For you have not a brink of right

to may hope for anything better.

 

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Nimm mir meine Angst nicht weg…

18 07 2018

Nimm mir meine Angst nicht weg:

Lass meine Stimme zittern und mein Herz klopfen.

Lass mir meine Nächte ohne Schlaf,

wo mein Verstand wie ein verrückter Rennfahrer

völlig im Amok der eigenen Energie

sich stets beschleunigt,

als er Runde nach Runde aus dem müden Boden immer höheren Staub schlägt.

 

Ich bin im Übrigen so herrlich temperiert,

gefasst, zielstrebig, schön zivilisiert,

Wie ein Konzert für Geige und Klavier…

Ich darf mir doch dies´ Kleinigkeit wohl gönnen:

 

Das Innehalten vor dem großen Sturm.

 

Wenn es dann endlich um die Sache geht,

Bin ich verwandelt.

Dann weiß ich plötzlich, wie es alles läuft.

Mit Schwung und Leidenschaft,

Entpuppt ist – nicht einmal ein Schmetterling –

Ein nie gedachter Panther!

 

Ich bin höchstproduktiv – und endlos glücklich,

berauscht, lebendig und so himmlisch frei,

weil mein verlorener Geist,

wie ein makabrer Greif,

der ewig lange nach Aufgaben darbte

Nun seine eingeschlafenen Flügel sacht´ ausstreckt

Und in perfekter Ruhe des gekonnten Chaos´ endlich wieder atmet.





Kindheitsträume

16 07 2018

Makabre, bunte, unerforschte Welt

Der Kindheitsträume!

Noch nicht gezähmt durch kritischen Verstand,

Nicht gargekocht, portioniert, verdaut und ausgeschieden

Aus dieser schmerzhaft frischen Seele,

die nach noch klebrigen, heut Nacht gekeimten Blätterspitzen riecht.

Die über Welten steigt – und Risse im Asphalt verängstigt meidet.

Die abends Nachttischlampe nicht ausschaltet,

und doch zugleich so viel in ihrer bebenden Lebendigkeit verkraftet,

was jedem „großen“ Mensch das Rückgrat bräche…

Die aus den ganzen Lungen heult und jubelt,

Verschränkt und transzendent in ihrer Puppenhülle.

Lebendige, bewegte Kindheitsträume! –

Fragile Atemzüge auf dem ersten Eis,

Gouache der Sommenächte, dicht und tief:

die Schmetterlinge der bizarren Fantasien,

die unsere Erwachsenendämonen nähren,

Und doch in ihrer tiefsten, bittersten Ausprägung

So unbeschmiert sind, rein und einfach…





Pendelschläge. I

2 07 2018

I. Боже, verlasse mich nicht…*

*Боже – /boʒə/, de: bOshe, Vokativform für „Gott“/“Herr“ – LucyRenard

 

Боже, verlasse mich nicht.

In der tiefsten Nachtstunde, wenn kein Schlaf kommt,

Nicht und nicht,

Und Gedanken,

beflügelt und trotzig:

vom Motiv zu Motiv,

vom Gesicht zu Gesicht

Schwachsinn!

Stets um dieses Gesicht,

Kreisen,

kreisen,

kreisen

wie ein Hamster im Rennrad,

wie ein Boot ohne Ruder.

 

Ich bin müde, so müde,

Aufgespannt zwischen…

Diesem Aus-sich-selbst-Herauskommen,

Dem Vertrauen-lernen,

Der purer Menschlichkeit, die mir immer verwehrt blieb,

Der Menschlichkeit der Augenblicke,

von der ich mich immer so prächtig schützte,

Die mich aus der Bahn schleudert –

Ah, nein! Eher sanft hinausträgt,

so sanft,

so erschreckend leise,

so vertraut,

mit Halblächeln,

ich blinzle, stottere, rede Unsinn

und wache Nacht für Nacht.

 

Ich bin müde, mich zu wehren,

Atemzüge zu messen,

Augenblicke zu kürzen

– mit Messer!

Tief ins Herz

– so ist es besser!

So tief ins Herz,

In die unausgespochene –

Unaussprechliche –Tiefe

Der ungeformten Gedanken.

In die sinnliche Sinnlosigkeit des Sinns.

In die Erschöpfung des Nicht-Merkens.

 

Боже, lass mich nicht fallen.

Ich habe Angst. Solche menschliche Angst

Vor meinen zu fein gesinnten Sinnesorganen.

Sie helfen nicht mehr. Sie verblüffen.

 

Ich dachte, ich bleibe sachlich,

allgemein gültig,

sächlich,

Warum muss ich stets grinsen,

Als ob ich einen Luftballon verschluckt hätte…

 

Warum bin ich ich?





Das ist die Freiheit…

2 04 2018

Das ist die Freiheit:

außer sich sein, außer eigener Grenzen,

weit über die Kanten reichen,

weit über Seitenränder, dorthin,

wo Wiesen so wahnsinnig duften

nach Staub und frischen Regentränen der vergangenen Nacht.

 

Der Nacht, die wiederkommt,

umhüllt,

zerquetscht in ihrem tröstlich hoffnungslosen Griff.

 

die Nacht, die einem heimlich flüstert

am Ohr vorbei direkt ins Hirn,

direkt ins Herz:

sie kommt bald wieder,

fürchte dich nicht,

es ist nichts Schlimmes dran,

es ist nur… wie Kontrolle aufzugeben.

 

Wie nimmer überprüfen zu müssen,

ob der Wasserhahn nicht leckt,

die Tür gesperrt ist und ob der Schlüssel in der Tasche ist.

Nimmer aufpassen müssen wie man blickt und wie man atmet,

und wen man mögen darf.

 

Die Nacht ist es, die Hoffnung aufzugeben

und einfach sein:

über die Grenzen reichen,

weit über die eignen Kanten schauen,

in die breite Welt:

die Freiheit…





Silence

8 03 2018

Take off your face and put it over there,

Beside the mirror. Right!

No pretence accepted.

Just look me in the eye,

Don’t speak, but listen, feel it in the air:

The perfect silence…

 

The heavenly present of muteness

Upon the lips that joke too eagerly and far too often,

Upon the mockery of human voices, high and low,

Upon the comedy of human drama.

The tears that never felt like weep,

for no one knows what proper tears feel like.

We learn to bear that cheerful empty face,

that crunches over senseless petty causes;

we know no longer why we came and where

shall we all go, –

And so we talk,

for talking cures the holes inside us,

oh, does it really? –

The holes that can’t be truly stitched by words.

 

Let us be quiet and inhale at last

This little blessing of

Letting them go: the masks, the words, the actions,

Just letting us be us,

and breathe,

and live.

 





Kraken

8 02 2018

Below the thunders of the peaceless mind,

Deep in the abyss, speechless and devoid of light,

Away from reason, undisturbed by thought,

There sleeps the Kraken of my troubled heart.

 

Unnumbered hordes of thoughts, so fair and neat

Pass by its silent numbness, shadowlike.

The faintest glimpse of Common Sense collides

Upon its deafening quietness and rhythm.

 

There have they lain and there shall they remain:

The never spoken truths between the lines,

Ink blotches of Irrelevance in my white lies.

Crushed over the threshold of my beautiful mind.