Aus der Naivitätensammlung – meine Madonna

4 12 2017

Und heute wieder – ein altes Bild, gezeichnet als ich ungefähr 15-16 war. Es gehört gesagt, ich wurde in einer absolut weltlichen Familie der „theoretisch“ russisch-orthodoxen Christen aufgezogen. Meine Elternfamilie ist nämlich soweit unreligiös, dass ich aus den Enzyklopädien zur Kirchen- und Kulturgeschichte die Hauptnarration der Bibel lernen musste. Und zugleich auch die muslimische, judäische, buddhistische Narration und ein Haufen polytheistischen Lebensanschauungen (das Wissen über die griechische Mythologie hilft übrigens sehr beim Kreuzworträtsel-Lösen).

Um das noch klarer zu machen, maturiert habe ich auch nicht in Österreich, fern von den prächtigen Gemälden im KHM und in den zahllosen katholischen Kirchen. Ein Kreuz in einem Klassenzimmer löst bei mir nach wie vor eine leichte Verwirrung aus – was hat doch bitte Religion in einer weltlichen Schule verloren? Aber die Rede ist heute von etwas anderem.

Aus der gesamten Weltlichkeit und Unreligiösität meiner Erziehung reimte sich ein gewisser stiller Respekt zusammen, Respekt vor dem unaufdringlichen Glauben welcher auch immer konfessionellen Prägung. Mit 13 „erfand“ ich mir selbst eine Art Glauben, lose gebunden an die heutige christliche Tradition, aber ohne ausgrenzende Elemente. Das Bild entstammt dem intensiven Nachdenken und summiert, glaube ich, dieses unbetrübte Gefühl der Ruhe und des Friedens, wenn man einer so heiklen Sache unvoreingenommen und relativ rein begegnet.

Названия не требуется

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Linke Hand

13 11 2017

Ein Kollege zeigte mir mal so einen Trick: man schreibe dasselbe Wort gleichzeitig mit beiden Händen. Richtungsmäßig geht es dann irgendwie „natürlich“ spiegelverkehrt vom Zentrum zum Seitenrand. Es entsteht eine lustige Diskrepanz zwischen dem, was man mit der Haupthand gewöhnlich schnell und leicht erledigt, und dem merkwürdigen Muster, gekritzelt mit ungeübter zweiten Hand.

Ich habe nie im Leben mit der Linken schreiben können. Wenn man es versucht, es sich beizubringen, wird man zum ersten Mal bewusst, was für eine verdammte Leistung ein Volksschulkind erbringt, als es Zeile für Zeile die nerventötenden Striche zusammenführt, bis es endlich mal – entfernt – wie Buchstaben und Wörter aussieht. Man würde es wahrscheinlich als reflektierter Erwachsene auch schneller schaffen, nachdem man eben mit der Dynamik des Schreibenlernens aus der Schulzeit vertraut ist. Ich habe dann bald aufgegeben – ich werde das linkshändige Schreiben ganz bestimmt eines Tages lernen – nun zunächst möchte ich lieber meine Dissertation schreiben 🙂

Was jedoch sehr lustig war an dem Spielchen mit dem Kollegen – ich habe auch probiert, mit der Linken zu zeichnen. Und da entstehen trotz ungeübter Feinmotorik durchaus interessante Sachen! Ein paar von denen habe ich hier wahrscheinlich schon gepostet.

Diese kurze Stilllebenskizze ist ebenso mit den linken Hand gekritzelt.

 

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Aus der Naivitätensammlung – Ein Selbstbild mit 14

2 11 2017

Die Naivitätensammlung fortsetzend, möchte ich euch immer wieder meine alten Bilder und anhand deren die Entwicklung des Zeichnens über die Jahre hinweg zeigen. Nicht dass ich mich für Dürer halte, aber es ist manchmal schon sehr lustig – und vermittelt hoffentlich den richtigen Eindruck. Es geht nicht um das Zeichnen-Können, es geht um das meditative Üben.

Schauen wir mal, ob ich mir je traue, die aus der Volksschulzeit auszupacken, die sind natürlich am lustigsten. Als erstes aber kommen daran die Zeichnungen aus dem Ende Unterstufe und aus der Oberstufe. Unser heutiger Fund: mein Selbstbild mit 14. Ich schwärmte verrückt von dem späten 19. Jahrhundert, zutiefst überzeugt, dass ich in eine falsche Zeitepoche hineingeboren wurde.

Daraus entstand nämlich die heutige Zeichnung: ich selbst betitelte sie damals als „…Und das wäre ich“ – versteht sich, wenn ich eben „zur richtigen Zeit“ geboren wäre.

Это была бы я





Bild entsteht

23 10 2017

Und hier mal wieder die Zwischenschritte auf dem Weg zu einem Porträt: diesmal mit dem Originalfoto dazu. Da das Bild nicht und nicht ähnlich wurde, ist es nach wie vor unvollendet.

 

Bild 1. So skizziert man die Umriße des Gesichts… voll daneben!

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Bild 2. Die Augen sind es! Dann machen wir die Augen neu!

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Bild 3. Und noch ein wenig anders…

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Bild 4. Ähnlicher wird es nicht und nicht…

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Bild 5. Der jetzige Stand

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Körperstudie: Nureyev

12 10 2017

Heute ein Bild ohne jegliche Ansprüche 🙂 Eine Studie der Körperproportionen, Flächen, Kurven und Muskelstruktur des Körpers. An wem lernt man das besser, als an wunderschön ästhetischen Nureyev, Baryshnikov, Nijinsky?

PS: ja, Nureyev hatte proportionsmäßig gesehen großen Brustkorb und keine endlos langen Beine, ich war selber überrascht 😉

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Arbeitsskizze: lachende Katze

9 10 2017

Wie bereits erwähnt, habe ich, in meiner psychosozialen Zeit regelmäßig Eindrücke skizziert. Hier die Katze einer zu bertreuenden Person – irgendwie war es offenbar gerade das Tier, dass die Essenz der Person am besten zum Ausdruck brachte…

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Zur Arbeit laufend

28 09 2017

Die größte Mehrheit meiner Tuscheskizzen aus den Jahren 2012-14 (sind im Blogarchiv noch zu finden) entstand auf immer dieselbe Weise: in der psychosozialen Branche tätig lief ich von einer Betreuungsstunde zu der Nächsten, kam etwas früher an (Pünktlichkeit als Zwang…) und verbrachte die letzten Minuten vorm Dienstantritt irgendein Blättchen auf einem Baum, irgendein Haus oder etwas, was mir zu der zu betreuenden Person einfiel skizzierend. Unterm Tag „Arbeitsskizze“ werde ich nun einige dieser Bilder – sofern nicht schweigepflichtig, klar – bloggen.

Hier etwa: eine Laterne und Äste bei der Ausgangsrampe der U6 Thaliastraße

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