Ein Mann kommt nach Hause…

28 03 2013

Ob es mir scheint oder nicht, aber traurige Geschichten über betrogene Liebe gibt es überwiegend über Frauen, oder? Auch hier im Archiv gibt es eine entsprechende Geschichte (Englischsprachig). Generell aber habe ich wenig Lust, durch die einseitige Darstellung des Problems zum weiblichen Opfer-Syndrom beizutragen. Letztendlich bin ich von männlicher Natur und Männlichkeit per se aufrichtig fasziniert – es kann sein, dass ich sie nie weder voll begreifen, noch artgerecht darstellen kann – aber es ist des Versuches wert. Hier ist also eine Alltagsgeschichte… 

Freundlich klickte der Schlüssel im Schloss, Walther Mayer zog die Kopfhörer aus den Ohren und tritt in die dunkle Wohnung hinein.

– Helga? Ich bin´s!

Alles still. Die Frau war sicherlich nicht da. Schade, sein etwas zu früher Rückkehr war vor allem als eine angenehme Überraschung für sie gemeint, da sie sich bei seinen zwar nicht so häufigen, aber in letzter Zeit doch regelmäßigen Vorträgen im Ausland immer beklagte, sie vertrage es nicht, allein in der Wohnung zu sein. Nun gut.

Er warf den Schlüsselbund auf den Kasten neben der Tür, stellte den Koffer weg, zog die Schuhe aus, schaltete den Anrufbeantworter an und ließ sich ausatmen. Nun gut, wenn Helga sowieso nicht da ist, hatte er etwas Zeit zum Runterkommen nach einem unruhigen Flug. Das ganze Zentraleuropa verschwand seit mehr als einer Woche unter dem endlosen Schneesturm, schon beim Wegfliegen war es bis zum letzten Moment nicht klar, ob man überhaupt Flugerlaubnis kriegt und dann wo geplant landet. Auch jetzt, beim Rückflug gab es nichts Neues, außer dass man schon in Wien zweimal durchstarten musste, bevor es dem Piloten gelang, die Maschine zu landen. Eine Zigarre wäre jetzt eigentlich gar nicht schlecht…

„…Also, wir sehen uns sowieso im Institut, aber ruf mich vielleicht an, wenn du da bist, oder?“ – ein langer Ton, danach eine weibliche Stimme: „Um die Nachrichten zu löschen..“. Wie erwartet, nichts neues: ein Anruf von der Institutssekretärin, ein von Martin, ein von Anton. Alles wie immer. Na ja, keine Anrufe von Erich, der ist aber seit sechs Monaten in den USA, kein Wunder, dass er nicht checkt, ob Walther schon zuhause angekommen ist oder nicht.

Mayer holte sich eine Zigarre, zündete sie an und setzte sich an seinen Schreibtisch direkt gegenüber dem Schreibtisch von Helga. Ihre Bücher, auf dem Umschlag des Oben-liegenden stand es „Frauen im Leben von Sigmund Freud“. Was schreibt man alles! Wahnsinn. Sein Blick glitt entspannt auf den Papieren und Büchern auf seinem eigenen Tisch: einige nicht geöffnete Couverts, eine noch verpackte Ausgabe „Zeit“, ein ärztlicher Befund, ein paar Rechnungen, eine Stapel studentische Seminararbeiten „zur Pflichtlektüre“ – er hat sie beim Wegfliegen eben hier vergessen, das hieß, ein paar bevorstehende Abende könnte man aus dem Kalender wegstreichen. Was für ein Befund übrigens?

„Frau Helga Maria Mayer, geboren 13.3. 1954… Schwangerschaft positiv… 13 Wochen… Unauffällige Darstellung v. Fötus…“

Wie? Was? Eine deutliche Pause im Herzrhythmus. Hat sie sich doch anders überlegt? Wann? Wie? Endlich mal… Gott… Mensch! Ist das wirklich wahr?

Ist es im Zimmer so heiß geworden oder ist es bloß dass er fiebrig geworden ist? Oh Gott… Helga, du süße… Ein Kind zu haben…

Mayer zwang sich doch tief ein- und langsam auszuatmen. Dann griff er an das Papier noch fester und las genauer, was da stand. Das Zimmer walzte um ihn herum, irgendeine komische Art kicherndes Lachen kitzelte die Kehle. Er wird Vater sein. Mensch, so was gibt es nicht… Es war so ein Gefühl, als ob er wieder 16 wäre und zum ersten Mal jemanden geküsst hätte. Oder als ob es ihm heimlich mitgeteilt wäre, er kriege nun einen weiteren Doktortitel. Einfach so, für Fleiß, Mühe und Geduld, so zu sagen… Ein Kind zu haben…

Dreizehn Wochen… Automatisch dachte er an die Zeit vor drei Monaten zurück. Es war gerade als er bei Erich in den USA war – offiziell auf einer mehrtägigen Konferenz, aber nicht zuletzt um den alten Freund kurz nach dessen Übersiedlung auf die andere Seite der Welt zu besuchen und zu unterstützen. Eigentlich war es ursprünglich geplant, dass auch Martin und Anton mit ihm nach New York fliegen würden, der Erste flog dann aber schon nach zwei Tagen wieder nach Hause, da seine Mutter einen Herzanschlag erlitt. Der Zweite konnte überhaupt nicht weg aus Wien und rief daher ständig an… Walther selbst blieb gute drei Wochen dort, Helga hatte anscheinend nichts dagegen, sie meinte, sie habe gerade so viel in der Arbeit zu tun gehabt….

Warte mal… Er war doch drei Wochen lang weg… Nein… Was für Blödsinn fällt einem ein! Aber er war doch wirklich drei Wochen lang weg… Es können also keine 13 Wochen sein, es ist wahrscheinlich ein ärztlicher Fehler. Ob Helga das auch bemerkt hat? Musste sie wohl! Es können ja sicherlich keine 13 Wochen sein, außer dass es natürlich… Nein, was für Wahnsinn… Oder?

Das weiße winterliche Zwielicht hinter dem Fenster verwandelte sich langsam in blaue Abenddämmerung. Die Zigarre brannte unberührt im Aschenbecher auf. Als die Wohnungstür aufkam, berührte sich der am Schreibtisch sitzende Mann nicht. Ganz in unruhige Gedanken vertieft, reagierte er nicht, als die weibliche Stimme seinen Namen rief. Erst als Helga an ihm zu ihrem Tisch vorbeiging, sich ihm gegenüber hingesetzt hat und eine schmale, nach Kirschen riechende Zigarette angezündet hat, zuckte Walther gewaltig zusammen und schien aufgewacht.

– Du hast offensichtlich den Befund schon gefunden. – Sagte seine Ehefrau, es war eher eine Aussage, als eine Frage.

Mayer blieb still und nickte schwach. Ihm fielen keine Worte ein.

– Na ja, das war eine Überraschung, muss ich dir ehrlich zugeben. – Grinste Helga und atmete den Rauch ein. – Ich glaube, wir müssen unsren Thermentermin in Oberlaa absagen oder du fährst allein hin, während ich zum Arzt gehe. Ich schließe mich dir dann später ein, m?

– Wie meinst du das? – Fragte er leise.

– Na ja, ich werde doch das Kind sicher nicht behalten, oder? Du weißt es doch selber, ich bin kein Mütterchentyp.

– Du willst abtreiben?

– Natürlich. Besonders jetzt, wo ich vermute, die Professur wäre ja gar nicht so weit entfernt, wie es mir vorher schien. Ein Kind würde mir nun den gesamten Spaß verderben.

So ein grotesker Abend! Ob er nicht träumt? Ob er bei seinem freudlosen Nachdenken nicht lediglich eingeschlafen sei und nun von all diesem Unsinn bloß träume? Dass Helga, die Helga, die er, sowie auch Anton, Martin und Erich, seit der Volksschule kennt, die Helga, seine erste, damals noch ganz unschuldige Verliebtheit, später von seinen Eltern einstimmig gefeierte „allerbeste Wahl“ von ihm, seine Verlobte und Ehefrau schon zu den wilden studentischen Zeiten, seine Partnerin im langen und mühsamen Sozialaufstieg, ob das alles wohl diese vor ihm sitzende Frau war? Es kam ihm vor, als ob er zwar all ihre Gesichtszüge auswendig kannte, all ihre Bewegungen und Intonationen, aber die Person selbst erschien ihm nun zum ersten Mal total unbekannt. War das alles im Ernst gemeint?

– Es ist doch ein Witz, oder? – Walthers Gesicht entspannte sich in einem nervösen Lächeln. – Gut gespielt, ich hab es schon wirklich geglaubt, weißt…

Sie blickte ihn verständnislos an.

– Aber das Ding mit dem Zeugendatum ist trotzdem etwas zu grauslich. Du weißt doch, ich war bei Erich. Ich glaube, ich brauche ein bisschen Wein, willst du auch?

Er stand auf und ging zur Tür.

– Walther, meinst du, ich scherze? – In ihrer Stimme konnte man sogar etwas Empörung heraushören.

– Sicher.

– Sei doch nicht so blöd, wer scherzt mit so was?

Er blieb stehen.

– Aber der Befund… Und das Datum…

Sie durchbohrte ihn mit einem schweren, aber todernsten Blick. Wie ihm Traum kam er wieder zu seinem Tisch, der ganze Körper fühlte sich leblos und mechanisch an, als ob er eine große Puppe wäre, in den jemand kleiner trotz aller Vorstellungen von form- und größenmäßigen Raumnutzung hineingesteckt wäre.

– Wer ist dann der Vater des Kindes? – fragte er schwach.

– Berger. – Sagte sie einfach.

Walther sank langsam in seinen Sessel zurück. Anton. Anton? Anton und Helga? Der war doch gerade nicht in den USA…

Nein, das kann wohl nicht stimmen! Sie sind ja alle gemeinsam aufgewachsen, Anton, Martin, Erich und er. Mayer konnte sich doch noch an die Zeit erinnern, wo Anton (und die anderen Drei auch) seine Milchzähne unter den Kissen versteckte und auf die Zahnfee wartete. Er habe doch mit Anton alles geteilt, von den ersten erotischen Fantasien bis zu großen Problemen der modernen Sprachwissenschaft. Und auch seine Frau?

Anton war der einzige von den Vier, wer nie heiratete. Er lernte Frauen leicht kennen und verabschiedete sich von ihnen genauso leicht. Der letzte Mohikaner, wie Erich ihn nannte (Erich war der vorletzte, bevor ihn seine amerikanische Freundin wegschnappte). „Man lebt das Leben am besten unkompliziert, und ich ziehe vor, unkomplizierte Verbindungen zu haben“ – heißt das nun etwa, dass auch Helga zu diesen „unkomplizierten Verbindungen“ gehörte? Aber wie ist es möglich? Das kann ja gar nicht wahr sein…

– Du schaust doch so aus, als ob es so monströs wäre. – Helga zuckte die Achseln und zündete eine neue Zigarette an. – Was ändert das überhaupt?

– Wie… – Ein starkes Husten wegen dem allzu trockenen Hals. – Wie meinst du das: was ändert das?

Sie zuckte wieder die Achseln.

– Du meinst, du schläfst mit meinem besten Freund und wirst von ihm schwanger und das ändert nichts?

– Ach, Walther, um Himmels Willen! Das klingt ja alles so dramatisch, wenn du es so sagst! – Sie verzog ihr Gesicht in einem Ausdruck der gereizten Enttäuschung. – Wir sind doch in keinem Frauenroman und wir sind keine Kinder mehr. Was ändert das, wer mit wem schläft, solange wir in einer Mannschaft spielen? – er leistete keine Reaktion. – Wieso schweigst du? Schau doch nicht so blöd an, du siehst wie ein Hund aus, den man im Regen vor der Haustür verlassen hat. Wir sind erwachsene, gesunde und – ich bitte dich! – ordentlich gebildete Menschen! Was machen dir diese altmodischen Vorurteile aus? Schau, du bist mein Ehemann, das heißt, du bist mehr als jeder blöder Liebhaber, den ich je haben könnte. Du bist ja mein Verbündeter. Schau, wie wunderbar wir es zusammen schaffen. Ich glaube, meine Professur wird gerade zu unsrem Jahrestag ein wunderbarer Geschenk sein, m? Und das versteht sich ja, dass ich dieses Kind nicht behalten kann, ich wollte es nie, wieso soll ich jetzt meine Entscheidung ändern? Und du, glaubst du wirklich, dass du mit deiner männlichen Träumerei von einer Nachfolge neun Monate lang mein schwangeres Herumjammern aushältst? Und Übelkeit, und komische Esswünsche und was sonst? Und unsre Wohnung sollte man neu gestalten, das heißt die Bibliothek gehört wahrscheinlich raus, m? Nein, geh, das tue ich nicht! Auf so was lasse ich mich sicher nicht ein! – Er schwieg noch. – Du wolltest etwas Wein, oder? Soll ich uns den 1990-r Chardonnay schenken? Ich freue mich so sehr, dass du endlich mal wieder zuhause bist.

Sie ging leicht aus dem Zimmer heraus und er konnte bald hören, wie eine Flasche Wein entkorkt wurde und wie zwei Weingläser an einander klirrten. Ihm wurde leicht übel. Die Fieber war wieder zurück. Als er aufstand und im Badezimmer sein Gesicht wusch, fiel es ihm ein, wie alt und krank sein Gesicht im Spiegel aussah.

Dieses Jahr in April werden es 22 Jahre sein seitdem er Helga heiratete. Am 3 April. Es war ein regnerischer Tag und Helga beklagte sich, dass das Wetter ihre Frisur zerstört hat, eigentlich das Einzige, was an ihr dem Anlass entsprechend war. Sie trug ihre dunkelrote Schlaghose und ein buntes gelb-grün-orangenes Halstuch zu ihrer weißen Bluse. Er hatte seine grüne „Akademikerhose“ aus Kordsamt an und dazu ein schwarzes Hemd mit einer weißen Flitze – Helga hat gemeint, oben sah er wie ein Priester, unten wie ein Popper aus. Er konnte sich nicht satt sehen, sie wirkte so lebendig und glücklich und unglaublich frei in ihrer mädchenhaften Schönheit.

Was blieb nun von all Diesem übrig? Eine Frau, die ihre Kirschenzigaretten rauchte und kaltblütig davon sprach, dass sie von seinem besten Freund schwanger war – daran aber kein Problem fand und sich schon auf den bald kommenden Jahrestag freute. Ein Mann, der vor dem Badezimmerspiegel stand, mit der Übelkeit kämpfte und keine Ahnung hatte, wie er sein noch vor einer Stunde so gemütliches und beneidenswertes Leben weiter treiben sollte. Sollte er nun gehen? Oder anders gefragt: konnte er nun bleiben?

Irgendeine Kraft drang ihn zurück ins Arbeitszimmer, wo Helga gerade die Gläser vom Tablett auf seinen Tisch stellte.

– Sag mal bitte, und wie lange… – Walther suchte nach einem passenden Wort. – Wie lange dauert´s schon zwischen dir und Anton?

Helga blieb kurz bewegungslos, nachdenkend, bevor sie antwortete:

– Wann warst du damals in Prag?

– 1992.

– Na ja, also 3 Jahre wohl. Ich weiß es nimmer, wie es dazu kam, es war wahrscheinlich ein reiner Zufall, weißt. Aber so ist das Leben. – Und sie bot ihm das Glas.

Drei Jahre lang schläft sein bester Freund mit seiner Ehefrau. Und niemand von den Beiden hält es für wichtig, – solange sie beide das offensichtlich für normal halten – ihn, Mayer, zu informieren. Drei Jahre lang war er so blind, dass er nichts bemerkt hat. Hat er nicht gut geschaut? Ob es Zeichen gegeben hat, die er – bewusst oder unbewusst ignoriert hat? Ob er nicht gut genug, nicht aufmerksam genug war? Ob er für Helga nicht ausreichend präsent war? Aber sie wollte nicht mehr als was es gab, sie meinte, er werde mit der Zeit zu süßlich und romantisch, sie meinte, er wirke fast aufdringlich mit seinen Anrufen und Zärtlichkeiten. Was hat er falsch gemacht? Warum? Warum?

– Walther? Bist du immer noch da? – Sie winkte vor seinem Gesicht und lachte dabei etwas nervös und vielleicht ein bisschen zu künstlich.

– Ja. – Antwortete er langsam. Plötzlich war die Entscheidung da. – Aber verzeih mir, nicht für lange.

Das Lächeln blieb für einige Sekunden auf ihrem Gesicht hängen und verschwand dann langsam. Mayer war schon im Vorzimmer und zog wieder den Mantel an. Helga lief aus dem Arbeitszimmer und blieb stehen, sie wirkte nun verstört.

– Walther, was machst du? Wohin willst du nun? Was ist los?

– Ich muss weg. – Er blickte sie kurz an und fügte höflich hinzu: – Entschuldige mich, ich bin anscheinend nicht wirklich gut an dem Zusammensein für Fortgeschrittene.

– Bleib doch… Walther! Sei doch nicht kindisch, wir können das alles besprechen! Wir sind doch beide vernünftige Menschen. Und das Kind treibe ich sowieso ab, das weißt du schon…

– Treibst du auch Anton ab? Wir sind doch gar nicht zu zweit, aber zumindest zu dritt, nicht?

– Aber wohin gehst du jetzt? Es ist schon dunkel und du bist nach dem Flug müde. – Sie trat zu ihm und streichelte leicht seine Haare, wie sie es schon tausendmal gemacht hat. Diese Geste voll süße Wärme. Seine Frau. Mayer zuckte zusammen und drehte sich zur Tür.

– Mach dir keine Sorgen, Helga, alles wird gut. Er griff an den Koffer und schritt aus der Wohnung, machte die Tür leise zu und ging schnell die Treppe herunter. Mit jedem Schritt etwas schneller, dann schon laufend. Auf der Straße fiel ihm ein, der Schlüsselbund sei oben geblieben. Es war ihm egal. Walther fand ein Taxi – ein freundlicher Türke half ihm, den Koffer in den Kofferraum zu stecken, als ob es so schwer wäre… Aber vielleicht wirkte er gar nicht gut… Zitternd am ganzen Körper setzte sich Walther ins Auto und gab nach kurzem Nachdenken die Adresse von Martin an. Ein blitzender Gedanke, ein Zweifel, ob er nun Martin vertrauen konnte, ob auch dieser mit Helga… Aber nein, das wäre schon etwas zu viel. Während der Fahrt starrte er blind die Stadt an. Es gab keine Gedanken, nicht einmal Schmerz, es fühlte sich so an, als ob man bei ihm da innen im Brustkorb das Licht ausgeschaltet hätte. Oder ist es ein Stromausfall? Das wusste Mayer nicht. Nichts mehr war klar. Er war allein, sich selbst unbekannt und von einer fremden Welt umgeben. Wie in einem blöden Witz…

– Haben Sie schon diesen Witz gehört? – Tratschte der Taxifahrer. – Ein Mann kommt nach Hause und findet seine Frau im Bett…

Das ganze Leben ist ein Witz, nicht? Ein Mann kommt nach Hause…

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Gerald Grant’s Story

10 02 2012

‘So, what d’you prefer to drink?’ inquires Gerald as we’re taking seats at the table in the dark corner of the café.

The pub is surprisingly empty for a Saturday evening: there’re only two more visitors apart from us, both male, sitting at the counter with their beers, watching a football match. Manchester versus Liverpool. Sleepy bartender polishes a glass, deep in his own thoughts: what a more boring and typical thing a bartender could do in this world?

‘A kilkenny please.’ I say.

Gerald nods and goes to make an order. He looks pretty much different from what I got used to see in the office – no relaxed self-confidence and restrained “I-keep-smiling-as-long-as-you-keep-the-distance” friendliness. I swear he feels confused and clumsy with me: something I can understand quite well, too. The social distance between us is just enormous: me, a fresh office plankton, still silently rejoicing about a great luck to have got this secretary´s job,  and Gerald, an acknowledged super-star of the journalistics, a photo-reporter for his own articles as well. It wouldn´t be a slightest exaggeration to say he has visited, described and shown in photos all the hotspots of politics of the last 5-10 years. I can think of his earlier photos of Yugoslavia at war. I was about 10 years old when they were published, and I am not sure if these were not my first account of a bigger world outisde of my playroom back then. They stroke my childish psyche like a thunder back then. I also remember on the first time I saw Gerald Grant in person, a firebolt across the editorial rooms (dreamy gazes of our girls included), it was a bit of this professional bliss: jeez, am I that good to be allowed to work fpr the same newspaper?

One may easily imagine my blunt astonishment when he, Gerald Grant, not less, has offered me a drink tonight. I never thought he knew my name. I would have sworn celebrities of this rang never notice the names and faces of people administering their mail or proof-reading their commas back to the grammatical norm. No false modesty, I think I am doing my job well, but hell…

In contrast to those dreamy girls mentioned, surprisingly, not a slightest glimpse of romance occured to me: equally well could I wait for romance from Her Majesty the Queen, whose picture hanged on the nearest wall of the pub. I would suspect sometimes people just want to talk and so they pick up someone able to listen to them. For tonight, I am all ears.

I turned professional with listening and understanding people. Living all alone, in a new country with absolutely no social contacts but the landlady’s cat and the two books you’ve managed to cram into 20kg limit weight package can make one quite a poor speaker – and a good listener. For me these books are “The Little Prince” and “Eleven minutes”, so apart from feeding the cat, a nasty moody beast, I spend my evenings reading either about the fox and the rose, or about the prostitute named Mary. Working overtime is, respectively, no problem for me and, as long as I am paid for that, I am always there. But Gerald, that should be a different story. Seeing him staying overtime yet again for the fourth evening in a raw loosened my tongue and subordination feeling, and, „The Horror! The Horror!“ I asked him why on earth he wasn´t heading home? Was there no… I don´t know, oversized blond chick, her lips and breasts blown up on the brain expense? Was there no true English wife, two beautiful fair-haired boys, a dog and a lawn to run to? No boyfriend? Grant gave me a long thoughtful look most of our office girls would die for and then all of a sudden I was invited for a drink.

Gerald comes back with two beers. He positions himself at the darkest corner  of the tableso that no one but me can see his face – and even I am not able to distinguish his facial expressions. Then he lights up a cigarette, his fingers tremble a little – or it only seems so.

‘You won’t have problems because of being here with me, will you?’ – He asks after a small pause.

‘Hopefully the cat I live with is not too jealous and will let me into the flat after such an unfaithfulness from my side.’

‘You don’t have anyone?’

‘Nope. And my family is pretty far away now.’

‘I see.’ He sighs thoughtfully. ‘Almost like with me.’

‘D’you have a wife living 2500 miles away?’

‘No, she’s kind of farther for the last few years.’

The silence hangs in the air. It feels like he wants to go on speaking about his wife but something keeps him from doing that.

‘Want to tell me about it?’ I ask politely.

‘Are you sure you want to hear a melodrama?’ Gerald’s voice sounds cynically impatient for someone, who was about to speak about his family. I nodded – why not? ‘I order some whiskey for myself then, ok? Want some too?’

I thank and say I don’t. As he goes to the counter again I think with a slight self-irony it will be quite in a style of Stefan Zweig’s novels now: a patient and quiet author listens to a story of someone’s past and shameful passion. I’m not a big admirer of such didactic prose, so let me hope it will just be a trivial story of life and death.

Gerald comes back with a glass of whiskey. He first drinks it up, then takes a deep puff at his cigarette and finally remains silent and strained, blankly staring at the space in front of him.

‘You are free not to tell me anything, if you like.’ I say cautiously. None of the muscles of his face moves, but he says then after a short pause:

‘To tell you how the story ends so that I don’t bore you with too many details, my wife and my little son were hit by a car eight years ago. They died before the driver realized something was wrong. He was drunk like hell. I stood five meters away – wanted to find the car key before crossing the road. My wife was 28, and Tommy, my son, was 3.’

I don’t know if my looks gives out how earth-shuttered I am. It feels so, like the silly joke about the melodrama I made to myself came true just because I did say it. Silly feeling, of course. And again… You always know, we are all mortal. According to some statistics, 2 people on the Earth die every second. Reading newspaper articles about one more tsunami, revolution or terrorist attack one is never stunned, one never feels physically bad about what happened. It all happens somewhere else, in a different universe, not your universe. But when one says, so quietly and impatiently, ‘my wife and my son died, hit by a truck’, it feels absolutely different. It actually aches.

‘You know,’ he continues, without looking at me. ‘I didn’t tell it to anybody. They all seemed to know. Creak, the chief editor of the “Sun” where I worked then, met me with his fucking friendly embrace on the following morning. Told me I should not have come to the office, I should have taken a couple of days off to swallow it all. The whole office was silent when I walked in. And when I came out after talking with Creak. They only stared at me, as if they understood what it was like.’

At this point he squashes his cigarette at the ashtray with anger. Gerald’s hands shake, the sight fixed on the table-top, as if he needed something real to hold on to. It is so silent, that I can hear the ticking of his wristwatch. His mouth is twisted in scorn. He grasps the pack of cigarettes, takes one out with visible effort, lights it and inhales deeply.

‘You know, I never loved her. Christine, my wife. I mean she was alright, she was relatively smart and relatively attractive. She could even cook. She was OK in bed. A good wife, not marvelous, but a good one. ‘

Ah, there’s the rub! – So would I say, speaking Shakespearian English. The feeling of guilt for not being – to his own mind – a loving husband. Loving enough to match some expectations – his or her.

‘You wouldn’t marry her if you didn’t love her at some point, right?’ I said cautiously.

‘Not sure.’ Gerald rubbed his hand over the face. One more puff of the cigarette. ‘I used to work with her father at the very beginning of my career. He was a great man, you know. Taught me everything I know. He was a leading figure in the reportage filming. He began with the Korean War, managed to make photos of the Cultural Revolution in China, then Vietnam, the Falklands, was accredited to work in Cuba for quite a long, in Moscow and made a trip around central Russian cities, something unbelievable at that time.‘

‘We met in Afghanistan at the end of 80s and became kind of friends. Well, you know, like Johnson and Boswell, but Christine’s father also trained his admirer to do something good on his own. I believe I was devoted to him like a dog. To marry his daughter was like to be allowed to stand at the church altar with the priest. A religious rite almost.‘

‘And we did live quite good, we didn’t quarrel much, she didn’t mind living in a tiny flat, the half of which was crammed with films, reagents and so on. She waited patiently and supported me day after day as I climbed my damned ladder of success. When I traveled, she waited at home, she had no problems with her pregnancy, at least I didn’t know about any. She was always there if I needed support or comfort.’ At this phrase he waves his hands passionately, mumbles ‘Hell!’ and remains silent and immersed into his thought.

I feel more like a decoration for his catharsis at the moment, there could be any other person on my place to hear to this story, and it wouldn’t matter much. I only wonder how he managed to keep it all in him for so long.

To my astonishment no one has paid any attention on us – or it only seems to me that Gerald speaks quite loudly – just because of what he’s saying? We are interrupted anyhow, the informs he closes the pub in 20 minutes.

Gerald doesn’t seem to hear it, and I only shake my head – OK, we got it – and then carefully touch Gerald’s hand.

‘Go on please.’

He shrugs his shoulders convulsively.

‘It was all to hell, that she was good, you know. I don’t know what’s wrong with me. It just wasn’t enough. I don’t know if I wanted passion or if I wanted indifference and rejection. Or if I wanted a woman who would be just as strong as me, who would make a scandal because of my trips – and they were dangerous. A woman, who would make a real scandal, a great mess, who would smash dishes and say she just doesn’t want me go, that she doesn’t care if I love my work, that she doesn’t give a damn, if people live or die in my Yugoslavia or Timor, that she needs me, damn, me, not the very fact she is married to a promising journalist, to a ghost of a man, who is never at home. And when he’s at home, he works on his articles or photos. Or he reads. I wanted a wife who would be jealous if some woman would talk to me somewhere in a theater or at an exhibition. That she would be jealous about all female names in my organizer, even if these were my dentist and Tommy’s nanny.

‘I wish she would be able to do anything else but smiling, I wish she could cry from time to time, so that I could stay at home instead of running somewhere, sitting next to her, holding her and, half angry and half touched would hush her down. I wish I could hate her periods, so that she would turn into a harpy and dislike the very smell of mine. And I would be irritated, yes, irritated, but happy. I wish she would have problems with the baby and ask me for help. God, I wish I could feel she was real, she was a normal human-being with all the controversies and vices in addition to her freaking damned virtues!’

‘Xcuseme, guys, but  I ‘ave to close up.’ All of a sudden we both realize the bartender stands right at the table. ‘The bill please. Come round the other time, guys, a bit earlier, yeah?’

Gerald stares at the man like a blind, it seems he doesn’t understand, where he is and what happens and what one wants from him. I grab my rucksack, take the purse and pay the bill. It feels so, as I was caught peeping at the keyhole or just in bed with Grant. Don’t really know why am so confused. With the same expression of boredom, sleepiness and slight irritation the bartender takes the money and follows us to the door.

Cool night air brings Gerald back to earth. He excuses himself, hastily feels in his pockets, pulls out a five-pound-banknote and gives it to me with the expression of extreme confusion:

‘I’m sorry, Ann, I’m so damned restrained. You shouldn’t pay the bill, here, take it.’

‘There is no big deal, really.’

‘Nah, take it, please. I invited you, here, take it. It is already so damned late, I should pay more respect to your time, you should have been home long time ago.’

‘That’s alright, Gerald.’ I don’t like his feverish politeness, people always do stupid things in this state. ‘May I offer you a drink at my place?’

‘Ah, what?’ He stops his bustle for a moment. ‘Nah, nah, that’s fine, I, I shouldn’t better have bothered you with my rubbish, really. Am seriously sorry, Ann. There is no matter. Shall I call you a cab?’

‘Gerald, I really don’t think it’s a good idea for you to stay alone now, it’s better if you stay overnight at my place, it is not that far away and you will still have a human soul to whom you can talk.’

‘Nah, nah, I’m already fine. Are you sure you don’t want me to get a cab for you? Or I can give you a lift – I’ve left my car at the parking lot there near the office… Nah, I don’t need a company, really. I guess it’s much better if I spend some time alone now. I do need it.’

‘OK.’ I finally say. ‘Only promise me not to do anything stupid, OK? And that you’ll be at work tomorrow – or probably already today, yep?’

‚No problem.’ He waves his hand, shifts from one foot to the other in light confusion, waves again then and goes.

I walk the dark narrow streets alone: forty minutes of hard and joyless thinking. Not a single light in the houses around me, I check the watch – it’s half past midnight. Confusion, philosophy and sympathy run through my head. That is so hard to imagine one could go through such a drama… On the other hand, the drama is absolutely banal; there are thousands of such families. And who knows what relations stand behind all those thousands of victims of senseless and silly death.

I should not have let him go. People at such state can do all sorts of stupid things. What if he takes his own life? That is after all more than possible in such a situation! I shouldn’t have let him go like that…

But what can I do now? I have no idea where he lives. Probably the phone, yeah, I can find his phone number at least. Yeah, the contact data from the database I have – something good about being a secretary. But maybe I’m just taking it to close to heart? He’s a man after all, they always feel differently. And he has seen so many war conflicts, he has to know how to treat the stress, even such a deep and personal one…

I lie in my bed sleepless all night long. Not a slightest hope of falling a sleep. Thousands of thoughts. Half a dozen tries to call the bloody Grant and each time I stop myself from doing that, count till ten and go back to bed. Finally, a dim gray morning begins outside my window. The cat wakes up and as if it was a kind of her daily morning exercises starts scratching my soles and biting my toes. I yell and jump. OK, yes, I can may call him now. It’s better to look over-carrying and stupid, than to find out he’s shot himself tonight.

My hand trembles a little as I hold the receiver and count the long tones. Four, five, six, seven…

‘Christine Grant.’ Says a sleepy female voice on the other side of the line.

Taken aback, I hurriedly check the number. Right, here it goes: Gerald Grant, that’s his number.

‘Hullo?’

‘Erm, hullo, I’m really sorry I call that early, and I probably got the wrong number, erm, my database says it’s the number of Mr. Gerald Grunt.’

‘Yes, indeed. He’s sleeping though. Are you from the editorial office, right?’

‘Right.’ My puzzlement cannot be described with words.

‘Ah, he won’t come today, I guess, he’s spent the whole evening working on the material for his new article, got home really late and I believe will sleep till noon at least.’

‘The article?’

‘Well, yes, his study on how people react on strangers’ tragedies and problems, you know. The one for the Sunday number.’

‘Aha…’ I say slowly. The hurricane of thoughts and feelings in my head. I grab on the receiver as hard I can, the room is swimming before my eyes. It takes about half a minute till I can control my voice again. ‘OK then, we won’t wait for him then…’

‘Yeah, that’s senseless. He is about to send the article in the evening though. I believe he does.’

‘Ah, by the way…’ I don’t know why I still ask something. ‘Am I talking to Mrs. Grant, right?’

‘You definitely do.’ She laughs joyfully. ‘Oh, I’m so sorry, the baby’s awake and wants my attention. Is there anything else I can do for you?’

‘Ah, no, no, thank you.’ I assure her quickly. ‘Well, you can give m greetings to Mr. Grant and Tommy. A great husband you have, he is always telling us so touching stories about you two.’

‘Oh yeah, I know!’ The laughter again. ‘I wish you a very good day then!’

‘Have a good day, Mrs. Grant!’

I sit there in my room, with a beasty cat, scratching my linen now as if she wants to tear it to pieces. The receiver in my hand lets out frequent and monotonous busy tone. It’s 6 AM. Really early. But still I’m afraid I will need whiskey in my coffee for breakfast.

March 31, 2011