Der Vorhang fällt

15 09 2018

Der Vorhang fällt,

und dieses endlos Drama, –

schon elendige tausendmal gespielt,

Gedeutet tausendmal bis in den Amok

hinein,

Nach jedes neuen Bühnendirektoren Laune,

Sich seinem unausweichlich´ Ende nähert,

Mit bunt und laut die Seele nimmer quält,

Klingt langsam ab. Hallt kurz noch nach. Dann kommt die Stille…

 

Erschöpfter, überreizter Nerven stumme Lähmung.

Noch rauchen schweigsam die ermüdeten Schauspieler,

Noch wandern ruh´los auf der leeren Bühne,

Betäubt durch pure Sinnenüberschwemmung.

Entkleidet jeder Leidenschaft und Wille,

Jeder mit sich allein: ah wie privat und schräg

Ist dies zerbrechliche Intimität der stummen Welt.

 

Und keiner merkt in dieser müden Wonne,

Wenn kein Gesicht seine gewohnte Rolle trägt,

Das Spiel mag aus sein, Lampen und Kulisse weg,

Doch der Zuschauer wacht und lauscht, und schaut und zählt,

Voll Wissbegierde, ohne Scham und Hemmung.

Man will sich schützen, wegdrehen, Augen zu, verstecken,

Man sieht umher und schaudert, denn der Vorhang fehlt…

 

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Freitag, 4.5.

11 06 2018

Ermüdung.

Ein Hammerschlag zwischen die Schulterblätter.
Diese bleierne Wolke,
Die weder schwebt, noch regnet.

Sie umhüllt mich am helllichten Tag,

grinst mich spöttisch an:

schon wieder sieht man sich! –
Und tröpfelt mit gekonnter Langsamkeit

Eines begabten Henkers
Auf meine Papierschulter,
Die kein Gewicht mehr tragen können.

Nicht, dass sie zu schwach wären.
Nicht, dass ich was falsch täte.
Man muss gestehen –
Zum Teufel mit der falschen Scham! –
Ich mache es schon gut.
Durchaus gut…

Nur ist meine Messlatte immer so hoch:

Zu hoch,
Zu unerreichbar.
Kein Sprungstab reicht
In dichten Wolkendunst,

Da oben in der Ferne,
Hinter dem Horizont.

Eines Tages breche ich das Genick

Bei all dem Springen.

Und es ist nicht mal der Stolz, was meiner Seele keine Ruhe lässt.
Eher ist es die ewige Angst vor der Leere,
Vor dem Nicht-Genügen,
Vor dem Fall ins Bodenlose
Ganz alleine, denn wer braucht schon Versager?
– ich finde keinen Halt,
Wenn ich es nur könnte, würd´ ich weinen:
Bitte. Bitte. Ihr sollt, ich sollte
Mir doch gelegentlich auch etwas gönnen:
Ein bisschen Wärme,
Ein bisschen Ruhe,
Ein bisschen mich…