I do not ask… – Aus der Naivitätensammlung

24 07 2017

I do not ask the God to make me strong,

For there’s away to take myself in hand.

And when I make mistakes or do some wrong,

I do not ask Him to protect or to prevent.

 

I think that Lord has more important deeds,

He has no time to nurse and pamper me.

He knows, he sees, sometimes he even leads –

I don’t divert, I just correct my sins.

2008

Advertisements




Letzte Liebe – Last Love – Übersetzung aus Tjutschew

2 07 2017

Ein Vorwort von mir:

Hier ist ein Versuch aus dem Jahre 2008, Tjutschews „Последняя любовь“, „Letzte Liebe“, ins Englische zu übersetzen. Auch wenn ich mittlerweile jahrelang wie aus Tjutschew´schem schwülen Reim herausgewachsen bin, ist dieses Stück von ihm ein Besonderes für mich. Es ist eigentlich meine poetische Niederkunft schlechthin.

Auf das Gedicht stieß ich dank dem Alexander II., russischem Kaiser 1855-1881, der gut über 60 sich in ein 18-jähriges Mädchen verliebte. Die historische Seite der Geschichte: er ließ sie im Kaiserpalais direkt über den Zimmern der Kaiserin wohnen, sie brachte 3 Kinder zur Welt, wurde nachdem der Kaiser selbst verwitwete, zu seiner morganatischen Frau, überlebte den Mann und noch halt paar dutzend andere Romanows… Romantische Seite von dieser Lovestory: Alexander durfte wirklich ordentlich reingeraten sein, in einem seiner Privatbücher, nämlich in einem Band mit Gedichten des berühmten russischen (Diplomaten und) Dichters Tjutschews fand man, angeblich vom Kaiser selbst, eben dieses Gedicht mit Bleistift unterstrichen.

Als ich also mit 14-15, Alexanders Biographie lesend, auf dieses Gedicht kam, löste es bei mir eine große poetische Manie aus. Ich las damals recht viel, wie es scheint, und, rückblickend, durchaus gute Dichter. Dem Tjutschew verdanke ich meine damalige Besessenheit mit Ahmatowa, Gumiljow und Block, die eigentlich jeder, der die Sprache lernt, mal auswendig lernen sollte, so unaufdringlich schön und musikalisch sie schrieben. Ohne damalige Entdeckung Tjutschews gäbe es für mich wohl auch keinen Wilde, Byron und Shakespeare, keinen Goethe und keinen Rilke. Auch das gesamte von mir gereimte Zeug habe ich letztendlich jenem kleinen Zitat in der Biographie von Kaiser Alexander II. zu verdanken. Lustig, es sieht so aus, als ob Geschichte für mich immer poetisch war.

Nun, lange Rede, kurzer Sinn. Hier kommt der Übersetzungsversuch aus dem Jahre 2008, den ich ausnahmsweise für durchaus gut halte, da er dem Stil des Originals folgt und auch metrisch wenn nicht ident, dann doch recht ähnlich aufgebaut ist.

 

Last love

Oh, what a love our hearts can know

When our days speed to the night!

Shine brighter, shine, the farewell light

Of my last love, of my last straw!

 

The shadow hides away the sky,

But still the West keeps shining pale.

Do stay with me, the latest day,

The latest charm before the night!

 

And though I wither, flowerlike,

Will never wilt my gentle passion.

The last of loves! – Love, kissing night –

You’re both a pleasure and desperation.





Tertius… scriptat – Aus der Naivitätensammlung

29 05 2017

Duobus litigantibus, tertius gaudet scriptat

The world goes round, we come and pass.

The grain of states runs up – and dies.

The first today – will kiss the dust.

Tomorrow’s truths – tomorrow’s lies…

 

Old idols fall – new ones rise high.

Saint Justice rules – yet can be bribed.

The two will never stop their fight –

The Third will watch. And will describe.

2008





Futility, merry-go-round… – Aus der Naivitätensammlung

25 05 2017

Futility, merry-go-round,

Captivity of my days.

The price of the soul to pay

For all of the roads unfound.

 

For all of the doors unopened,

All of the problems unsolved

And those whom I never loved,

For promises ever broken.

 

The pendulum, heart inspiring

For heights I will ever achieve,

For those whom I’ll never leave –

Futility purifying!

2008