Бывает… – Aus der Naivitätensammlung. 2005.

9 07 2018

Kurze Beobachtung aus dem Jahre 2005, angeregt durch das Herumblättern im Fotoalbum meiner Eltern. Deutsche Übersetzung folgt unten.

 

Бывает, за любовь мы принимаем небылицы

И до последнего надеемся на них.

Наверное, поэтому в родительском альбоме

Так много есть еще пустых страниц,

Но снимки больше не заполнят их.

 

Übersetzung:

Man hält so manches mal Illsuion für Liebe

Und hofft darauf bis zum letzten Allerletzt.

Vielleicht deswegen gibt es in dem Fotoalbum meiner Eltern

So viele leere Seiten zum Befüllen,

Doch keine Fotos kommen mehr dazu.

 

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Полночь – Aus der Naivitätensammlung. 2010

12 03 2018

Полночь опять. Замолчал мир вещей.

Слышно, как спорят о чем-то соседи.

И в желтоватом искусственном свете

Бродят слова как бездомные дети.

Снова душа моя стала ничьей.

 

Несколько странно свободной ей быть:

Сердца словами никто не целует,

Нервы не рвет, вещих снов не толкует.

Нет, об ушедшем совсем не тоскует.

Просто она разлюбила любить.





Schreiben – Aus der Naivitätensammlung. 2009

5 03 2018

 

Zu schreiben

An jemanden, der es nie lesen wird,

Niemals und nirgends –

Zu schreiben allein wegen des Schreibens selbst,

Ob deswegen, dass sich die Tinte so schön aufs Papier legt? –

Wegen des Prozesses, des Genusses am Schreiben.

 

Du, meine verlorene Seele,

Ein Kind, das durch Puppenschmerzen erwachsen wird,

Das womöglich erst jetzt die Tiefe des Flusses begreift,

Am Ufer stehend.

Wie sehr kratzen die Kiessteine zarte Kinderfüße!

So klein sind sie,

So sinnlos,

Und doch tun sie so weh.

Und es will, wie sehr will es eintauchen,

Die unwiderstehliche Anziehungskraft des Unbekannten,

Wenn da drinnen jemand neuer aufwacht,

Neu und unbegreiflich.

Es zieht, zieht so sehr an – und doch ist jeder Schritt unbekannt,

Die Mama sagte doch immer…

 

Ich weiß, was da kommt.

Das haben mir die fremden, bemitleidenden Gesichter vorausgesagt,

Gesichter, voll ausgebleichten Mitgefühls.

Es kommt trübes Chromwasser,

Tagtäglicher Trank – abscheuliche chemische Brei –

Alltag. Es klingt wie eine Diagnose.

Laufbahn. Grammophonnadel,

Die Schritt für Schritt auf dem nagelneuen Vinyl meiner Seele

Kratzer der Lebenserfahrung hinterlässt.

Ein Tag mehr,

Ein Mensch mehr –

Ist doch alles so egal…

„Es gibt keinen Unterschied, ob du mit 30 oder mit 70 stirbst“ –

Danke an Camus

Und Sartre!

Dank denen springt das Kind nicht – es geht ganz langsam rein

In die Strömung der ungeordneten Partikeln,

Dieser Überreste des Sinnes und der Emotionen.

 

Zu schreiben an jemanden und ins nirgends. Ohne es mal zu wissen, was aus dem Schreiben wird.

Ein Bewusstseinstrom? Delirium? Schmerz?

Irgendwie schmerze ich fast nicht mehr…





May you be blessed, the long-expected spring!

16 10 2017

May you be blessed, this long-expected spring!

With your full-flowing unexpected brooks,

Your rustles, chirring, breaths and flap of wings,

And your concealed, confused and ardent looks.

 

May it be played in sharp and major keys

Your inexplicable and sparkling soul,

Your heat of life which longs to be released,

And to the partial prefers the whole.

 

May you last long, these long-awaited charms.

From underworld you come or from above?

The spell that strengthens me and still disarms:

You are so simple, and your name is love.





Wie ein Märchen, ein Lied, eine Hymne…

20 06 2017

Wie ein Märchen, ein Lied, eine Hymne,

wie eine weiche Verzweiflung,

die störrische Zartheit,

frühe Dämmerung vorm glutroten Untergang:

Hier kommst du

Endlich! –

So endlos und unumkehrbar.

Die Zeit fürs Weinen vom Glück

Und Lachen vom Schmerz

Ja, weinen von dir! –

Und beten: für dich und dir..

Nun ändert sich die Welt:

Krümmt,

Schäumt,

Wällt,

Schmilzt –

Es gibt keinen Raum,

keine Zeit,

keinen Beginn,

kein Ende

und keine Angst mehr…

Bleib bei mir.





Morning Coffee – Aus der Naivitätensammlung

16 06 2017

Motion, motion, minutes flashing,

Glisten’ning, passing – far thee well!

Here you’re born – here rings the bell.

World of boredom, world of passion.

 

Little time, less use we running,

Winning, failing, flying high,

Falling badly, shining bright –

Darkness scaring, silence stunning.

 

Never losing, never finding.

Humans? – Silly twirling flock,

Dancing to the Ragnarǿk.

What a circus! Helpless. Funny…

2009





Poor silly me

8 06 2017

Poor silly me, in vain, in vain.

No introspection saves from sorrows,

No use to fight, no use to follow,

So beautiful and silly brain.

 

So adult and so childish soul,

The Nowhereland of my illusions,

No use to run and no solution –

Poor silly me and that is all.

2009