Infinitamente

11 05 2017

Du bist nicht mehr…

Tot! Tot! Tot! So heißt es bei den kopfreifen Menschen!

Was kann doch einfacher sein, als diese drei Laute über die Lippen zu bringen

Ausstoßen

Fertig!

Tot!

Tot.

Was kann doch schwerer sein, als diese drei…

Du lebst nicht mehr.

 

Als du gingst…

Starbst, es heißt „sterben“! Sterben!

Hab Geist um das zu sagen: „Sterben“!

– Ruhe hier! Die Seele spricht.

Als du gingst, fühlte ich mich froh und zerschlagen zugleich

Froh? – Fast froh…

Ich wusste, du warst mit uns und doch alleine,

du warst

So alleine,

so unendlich alleine,

wie ich es jetzt ohne dich bin.

Du hattest uns und dieses schöne Leben

Aber nimmer Diejenigen, die deinen Weg prägten

Und ihn mitgingen…

Jetzt hattest du sie endlich bei dir.

Und sie hatten dich.

 

Ich stand da…

Stand?

Was soll das?

Du lagst entweder auf dem Boden

Oder saßest im Zimmereck

Selber zum Eck geworden,

Alle deine Kanten wieder sichtbar, keine Haut, nur Ecken, Winkel und gebroch´ne Linien.

– Ruhe hier! Die Seele spricht!

 

Als du gingst, da stand ich und dachte,

Farewell,

Gott sei mit dir,

Sei endlich mal frei,

Jetzt kannst es loslassen.

Jetzt musst – endlich mal! – nimmer stark sein.

Wie hast du es geschafft:

den Weg gegangen zu sein und dein Rückgrat behalten zu haben,

Ohne dass es zum Fragezeichen, zum gebrochenem Strich, wurde?

Deswegen sagtest du mir immer, ich soll doch gelegentlich den Kopf entladen,

man kann doch nicht immer denken, denken, tun, wieder denken,

man muss doch manchmal auch schwach sein dürfen,

ausatmen.

Jetzt kannst es dir wieder leisten.

 

Als du gingst, fühlte ich mich wie lebend enthäutet.

Ich wusste, dass es sein musste, und dass alles seine Zeit hat,

dass du dein Recht hattest, und dass ich es auch schaffen würde,

Tag für Tag, Jahr für Jahr mein Leben zu leben,

Meine Fehler zu machen, über sie zu wachsen,

aus meiner Haut hinaus und in die große Welt.

 

Ich schaffe es auch scheinbar nicht schlecht.

Zum Staunen ist es, wie ich jetzt brenne.

Aus den gebrochenen Linien kommt nun so viel Energie heraus,

Dass mir beinahe Blumen aus den Fingern wachsen.

 

Und wie gerne möchte ich glauben,

dass du gelegentlich rüberschaust und…

Du musst nicht einmal stolz sein,

Nein.

ich weiß es einfach, wie es ist

zwischen dir und mir.

Und, weißt, da drin ist immer ein Stückchen Platz,

der du bist.

Bis in die Unendlichkeit.

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